Speed-Drift Germany im Rahmen der Tuning World Bodensee 2017

> 19. Mai 2017

Redl battlet sich feuerspuckend zum Sieg in der Syron Drift Arena!

Dass dieses Driftwochenende ein abwechslungsreiches werden würde, war klar, aber das Frau Holle zusätzlich etwas Würze hinzufügen wollte, war das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i! Denn als man am Freitag um 10 Uhr zum freien Training startete, schneite !!! es in Friedrichshafen, was aber kaum einen der 20 Fahrer und Fahrerinnen davon abhielt, sich auf die im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig geänderte Strecke zu stürzen. Diese war um eine weitere Außen-Clipping-Zone am Eingang ins enge Infield ergänzt worden, was die Linienführung bereits von Beginn des Drifts an beeinflusste, denn um diese Zone mit dem Heck des Wagens zu erreichen, musste bereits der erste Innen-Clipping-Bereich anders angefahren werden. Technisch zwar sehr anspruchsvoll, aber man konnte in den Battles so noch besser an die Türen des Gegners heranfahren!

Der zweite von vier Tagen startete mit Sonnenschein, und so wurde vom Team des Speed-Drift-Germany entschieden, die Qualifikation auf Sonntag zu verschieben, um den Piloten etwas mehr Trainingszeit zu ermöglichen, denn trocken ist die von den beiden Juroren gesteckte Linie noch einmal etwas ganz anderes als im nassen. So wurde unter den Augen der mehr als zahlreichen Fans, insgesamt hatte die Tuning World Bodensee 2017 knapp 110000 Besucher, trainiert bis die Linie bei allen saß!

Sonntags hieß es dann Start frei für die Qualifikationsläufe der 20 Teilnehmer, die aus zeitgründen in zwei Gruppen eingeteilt waren. Gleich in Gruppe 1 zeigte Dennis Köhler, dass mit ihm an diesem Wochenende zu rechnen ist, denn das enge Layout der Strecke ist wie maßgeschneidert für seinen agilen und wendigen Mazda MX 5 V8! Einer von zwei Läufen wurde mit 94 Punkten bewertet! Den Score konnte in Gruppe 1 keiner knacken. Erst in Gruppe 2 gelang es Michael Steixner in seinem neuen BMWE30 V8, einer von drei Österreichern an diesem Wochenende, Köhler zu toppen und die Fans lauthals jubeln zu lassen! Er zeigte einen nahezu perfekten Lauf, der zu einem Score von 95 von 100 möglichen Punkten führte. Die Top 3 komplettierte Maxi Grimm, der seinem M3 E46 über den Winter einen fünf Liter V8-Motor spendierte, und selbigen zu 90 Punkten durch den Parcour trieb!

Beste Dame der Qualifikation war Bianca Lankes-Mack auf Rang 7. Vom Pech verfolgt waren Marko Steiner (Schweiz), der über Nacht noch die Lagerschalen an seinem Nissan 200 SX tauschte, Milos Trivunovic, dessen S14 Silvia einfach nicht richtig laufen wollte und Nenad Malinovic, der über Probleme mit dem Turbo klagte. Am letzten Messetag fighteten die Teilnehmer dann im KO-Prinzip den Sieger aus! Und es wurde dramatisch! Zum einen, da das Wetter umgeschlagen hat und es den ganzen Tag regnete und kalt war, zum anderen weil man sich seitens der Organisation dazu entschlossen hatte im Falle eines Unentschiedens nur noch einen sogenannten Sieger hervor. Ebenfall bei Ralf Spanehl vs Sandra Junginger! Hier setzte sich der 640RS durch.

Richtig dramatisch wurde es dann in den Top 8! Nach dem Sieg gegen Spanehl streikte der MX 5 von Köhler, der wegen einer sich auflösenden Dichtung kein Benzin mehr bekam, wodurch er keine Battles mehr fahren konnte! Trotzdem sprang ein vierter Platz für Dennis heraus! Ohne Battle um den dritten Platz, aber absolut verdient auf dem Podest Stephan Bresart, der seinen Nissan 200SX S14A präzise um die Strecke driftete! Im Finale hatten es Roland Redl, der sich den Weg über SamWoo (Niederlande, Nissan 200SX),Mario Kuprian (Ö sterreich,seriennaher!! M5 E39) und Dennis Köhler in den letzten Battle bahnte, und Oliver Walton, der sich mit seinem V8 BMW E36 gegen Martin Kissling (Deutschland, Nissan PS13), Landsmann Mario Kuprian und Stephan Bresart durchsetzte. In der trotz Regen immer sehr gut besuchten Syron Drift Arena siegte im letzten Battle der Veranstaltung Redl über Walton, der damit seinen Sieg auf der Essen Motor Show wiederholte und bewies, dass er momentan zu Deutschlands stärksten Driftern gehört! Fehlerfrei und feuerspuckend zirkelte Redl seine Runden.

Text: Corinna und Alex Gräff

Bilder: Ascheberg-Photo