VW Passat B6 – Arbeitspferd, Vertreterkutsche und manchmal sogar Spaßmobil

> 24. Februar 2017

Wir nehmen heute das neue ap Gewindefahrwerk für den VW Passat B6 (incl. R36) zum Anlass, dieses urdeutsche Auto einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Seit Jahrzehnten als favorisiertes Fortbewegungsmittel für Häuslebauer, Aussendienstler, Heimtierhalter unterwegs und seit einigen Jahren auch in der Tuningbranche beliebt ist der Wolfsburger kaum mehr von deutschen Straßen wegzudenken.

Eigentlich müsste ich den Passat ja lieben, wurde er doch erstmals in meinem Geburtsjahr präsentiert. Doch als ich gerade meinen Führerschein gemacht hatte und mein Vater mir unbedingt einen zuverlässigen, sicheren und zuverlässigen Gebraucht-Passat mit Stufenheck in Rentner tauglichem gold metallic vom VW Händler in der Nachbarschaft nahe bringen wollte, entschied ich mich lieber für einen blauen Opel Manta. Recarositze statt Stauraum. Aber man wird ja erwachsen und so geht es nicht nur mir, sondern auch dem Passat.

Der Passat B6 – Ein Überblick
Den Passat gab es als B6 zwischen 2005 und 2010 und zwar mit einem unsäglich großen Wust an Motorisierungen, vom etwas schmalbrüstigen 102 PS Benziner über ein knappes Dutzend Dieselaggregate bis hin zum R36, dem 300 PS Spaßbringer in der B6 Familie.
Generell bietet der Passat natürlich eine ganze Menge, nicht nur Platz und Stauraum, sondern auch zuverlässige Technik, saubere VW-typische Verarbeitung und gerade für uns auch nicht zu verachten – eine ganze Menge Möglichkeiten für Tuning im After-market Bereich. Pampersbomber meets Showwinner. Liest man sich durch den Blätterwald im Internet, dann liest man auch oft von einige Mängeln und Störungen bei den frühen Baujahren. So hat es beispielsweise der Differenzdrucksensor des TDI in dem ein oder anderen Artikel auf die Störungsliste geschafft.

Mein Testwagen
Das aber soll uns hier nicht stören, denn ich bin heute in einem der letzten B6 Modelle aus dem finalen Baujahr 2010 unterwegs. Alle Kinderkrankheiten sind in diesem Stadium normalerweise längst Geschichte. Mein Modell könnte sowohl Vertreterkutsche als auch Arbeitspferd in seinem früheren Leben gewesen sein, man weiß es nicht genau, aber Kombi + der nicht gerade übermotorisierte 105 PS Diesel weisen darauf hin. Bussinesspaket (wahrscheinlich doch Vertreterkutsche), Sitzheizung, Tempomat, Klimaautomatik und das passable Audio System RCD 310 reichen als Wohlfühlbonis für die meisten von uns aus, die sich ein günstiges und praktisches Auto wünschen.

Unterwegs
Übersichtlichkeit? Alles kein Problem. Kofferrauminhalt: 603-1731 Liter, mehr als ich bräuchte! Platzverhältnisse im Auto? Großzügig! Sitzposition: gut! Ich stopfe den fetten Schlüssel in den dafür vorgesehenen Schlitz und fummle ein bisschen herum, bis ich das mit „drücken und Kupplung treten“ heraus habe. Dann suche ich die Handbremse die sich in Form einer elektronischen Handbremse links vom Lichtschalter versteckt hat. Ok, ich mag weder elektronische Handbremsen, noch mag ich diese halbherzigen schlüssellosen Zugänge bei denen es zwar keinen Schlüssel im eigentlichen Sinne mehr gibt, aber man trotzdem dieses modernen Plastikklötzchen in irgend einen Schlitz stecken muss. Für mich ist das nicht Fisch und nicht Fleisch. Entweder der sogenannte Schlüssel bleibt in der Tasche und man startet mit einem Knopf oder ich stecke eben einen richtigen Schlüssel in ein richtiges Schloss, oldschool eben. Aber das war es dann auch schon mit Beschwerden. Fahren? Ach ja, fahren kann der Passat auch und zwar ungefähr genau so unaufgeregt wie er aussieht. Die 105 PS des 1.6 TDI katapultieren dich mit Hilfe einer ordentlichen 5-Gang Handschaltung nicht in die nächste Zeitzone aber der Wagen läuft sich auf der Autobahn schnell warm und man kommt stressfrei ans Ziel. Ein Auto, um in zen-mäßiger Gelassenheit Kilometer herunter zu reißen eben.

Die Optik
Ein Passat ist wie die meisten VW`s nach meiner subjektiven Meinung weder besonders schön noch besonders hässlich, er ist halt ein Auto. Der B6 allerdings ist für mich einer der gelungensten, wenn nicht der gelungenste Passat und gerade als Kombi im Candy-Weiss des Testwagens könnte man da schon auch was draus machen. Die drei beliebten F`s des Standarttunings (Fahrwerk, Felgen, Folie) würden schon helfen, also statt den 16 Zoll Stahlfelgen vielleicht schwarze 18-19 Zöller, schwarze Scheibenfolie hinten und dann die ganze Fuhre noch eine Etage tiefer und schon sieht der Passat recht hübsch aus.

VW Passat B6

Das Fahrwerk
Apropos – Etage tiefer: Das bringt mich wieder zum neuen ap-Gewindefahrwerk. Selbiges ist für alle „normalen“ VW Passat der B6-Baureihe und auch für das R36 Topmodell (Baujahr 2005 – 2010) zum Preis von 549 Euro im Angebot und sorgt hierbei für eine Tieferlegung von bis zu 65 mm beim normalen Passat und um zusätzliche 45 mm beim R36. Durch unsere langjährige Fahrwerkexpertise, wirken damit sowohl der R36 als auch seine kleineren Brüder nicht nur optisch dynamischer, sondern sie fahren sich auch einfach um einige Ticks sportlicher.

Text: Andreas Leffler
Bilder: Andreas Leffler