USA Tuning Treffen – Cruise for a cause

Riesenspoiler, super-tief, laut wie die Hölle und keine Probleme mit den Kollegen vom TÜV? Willkommen in den USA! Komplett restaurierte Muscle Cars aus den 60ern, Hot-Rods, alleine etwa drei Dutzend Challenger, bitterböse Evos und manch andere Überraschung erwarteten mich und so machte ich mich trotz Dauerregen auf, zum „cruise for a cause“ Treffen in etwa 100 km Entfernung meines aktuellen Wohnorts in Wisconsin/USA.

Zufällig stolperte ich auf meiner Reise durch die USA in den letzten Tagen über ein Tuning Treffen und das ausgerechnet in Wisconsin. Viele Leser werden vermutlich noch nicht einmal von Wisconsin gehört haben. Es liegt hoch im Norden, an den großen Seen und in den USA ist Wisconsin im wesentlichen dadurch bekannt, dass hier so viel Käse produziert wird. Deshalb nennt man die Fans der mal mehr und mal weniger erfolgreichen Green Bay Packers auch liebevoll Cheeseheads. Ansonsten kennt man Wisconsin sofern man es kennt vor allem durch Harley Davidson und die riesen Anzahl deutscher Auswanderer dort. Solltet ihr also mal während einem USA Urlaubs Heimweh bekommen – hier gibt’s Weißbier und Leberwurst an jeder Ecke.

Aber zurück zum Thema. Wir, mein Cousin und ich, fahren also in guter Hoffnung nach Janesville wo www.crankedinc.com ihr „Cruise for a cause“ veranstalten, dessen Erlöse komplett an ein Kinderhospital gehen.

Trotz des Regens haben sich zahlreiche Gäste eingefunden, wenn auch sicher weniger als die 700 gemeldeten. Die Organisation ist bereits am Eingang relativ professionell incl. Zuschauerparkplatz. Die Kosten belaufen sich auf 5 Dollar pro Nase für Zuschauer oder 10 Dollar pro Ausstellerfahrzeug. Abweichend davon konnte man auch mit einem brandneuen Spielzeug bezahlen, welches wir aber leider nicht zur Hand hatten. Wie bei uns gab es jede Menge Pokale zu gewinnen (z.B. Best of Show, Top 25 Show, Best Paint Job und beste Wahl durch einen Club). Zusätzlich wurde eine Kinderjury gewählt die ihren eigenen Pokal vergeben konnten.

Generell war die Stimmung recht gut wobei der durchschnittlicher Aussteller sicherlich deutlich älter war als bei uns. Ich hatte so das Gefühl, dass sich das Alter des Fahrzeugs meist so ein bisschen dem Alter der Besitzer anpasst. Der Besitzer des schwarzen Evos mit dem ich mich recht lange unterhalten habe war deutlich unter 30 während manch Oldtimer auch von echten Oldtimern bewegt wurde. Das zusammen sorgte für eine recht familiäre und tolle Stimmung.

Was die Autos betrifft – oh mein Gott – was ist ohne TÜV nicht alles möglich?! Natürlich waren hier in etwa so viele US-Cars wie bei uns deutsche Fahrzeuge auf einem Treffen. Wunderbar restauriert Muscle-Cars, Survivors im Originalzustand, abgerockte alte Lieferwägen, unzählige neuere Dodge Challenger und Chargers, Autos deren Hersteller schon vor mehr als 30, 40 oder 50 Jahren von der Bildfläche verschwunden sind wie z.B. ein Kaiser – in kurzen Worten – Autos die du noch nie gesehen hast.

Das Ganze wurde aufgehübscht durch zahlreiche JDM Fahrzeuge, vor allem eine wunderbare alte Fairlaidy, Evos, Subarus, Lexus, Nissans und natürlich durch ein paar deutsche Fahrzeuge, von denen der dunkelblaue Käfer mein absoluter Favorit war.

Unter dem Strich kann ich nur sagen – super Tag und dann noch super Burger für 3 Dollar. Wenn ihr also mal in den USA seid, lasst euch solche Treffen nicht entgehen!

11. Oktober 2016

Text: Andreas Leffler
Bilder: Andreas Leffler