Die „Aanwezig“ Tour 2016 – Bimmerworld Weeze / Afterhour @ Nijmegen NL

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Ihr fragt euch sicherlich, warum ich die Headline „Aanwezig Tour“ getauft habe. Aus einem ganz einfachen Grund. Bei deutschen Veranstaltungen wird im Facebook immer ein Bild mit dem Auto, sowie dem Zusatz, „bin evtl. auch dabei“, oder „wenns Wetter passt, dabei“ und so weiter gepostet. In der Veranstaltung der „BimmerWorld“ haben wir uns immer köstlich über die Kommentare der Holländer amüsiert, denn die posten ein Bild vom Auto und schrieben einfach nur „aanwezig“, was so viel bedeutet wie, ich bin dabei…Anwesend eben!

Aber nun zum eigentlichen Bericht im ap Blog, dieses wirklich außergewöhnlichen Treffen an der deutsch- holländischen Grenze. Ich bin durch Zufall auf dieses Treffen aufmerksam geworden und habe einfach mal pauschal, Famebitch Style, ein Bild von meinem Auto in die Veranstaltung gepostet, um die Resonanz abzuwarten. Relativ schnell häuften sich die Likes und der erste Kontakt mit dem Veranstalter war hergestellt. Er lud mich direkt ein, dass Treffen zu besuchen. Da sich bereits die üblichen „long trip“ Freunde der Rhein- Neckars für das Treffen angekündigt hatten, sollte es so oder so ein geniales Wochenende unter Freunden der weiß- blauen Marke werden.

Hotel gebucht, Karre auf Vordermann gebracht, ging es für mich bereits Freitag Mittags schon auf die Piste, denn ich hatte wenig Lust, am Samstag um 5 Uhr auf die Bahn zu rollen. Großer Fehler wie sich rausgestellt hatte, denn mehr Verkehr auf 500 km kann man sich kaum vorstellen. Naja. Nach über 6 Stunden Stop & Go auf bundesdeutschen Autobahnen hab ich mein Etappenziel in Kleve erreicht. 4 Sterne Pornobunker vom feinsten. Gegenüber lag das Amsterdamer Grillhaus, wo ich den besten Grillteller ever zu mir genommen habe. Danach gings auch zeitig in die Kiste.

Am nächsten Morgen, etwas aufgeregt, räumte ich das Frühstücksbuffet und machte mich auf den 20 km kurzen Weg ins benachbarte Weeze, direkt auf das Gelände des Airports. Auf dem Weg dorthin kam ich an einer Tanke vorbei, wo sich die ersten verrückten BMW Driver sammelten. Zwischenstopp, Auto waschen. Dem hab ich mich angeschlossen. Im Anschluss fuhr ich direkt aufs Treffengelände.

Erster Eindruck. Der Wahnsinn. Alter Flugplatz, 7 gewaltige Hangars und Platz wohin das Auge reicht. Das nette Einweiser Personal lotste mich direkt in den Main Hangar, wo sich eigentlich nur die Show & Shine Bewertung, Händler und die sensationelle BMW M3 Ausstellung befand. Dort durfte ich mein Safety Car positionieren. Pole Position sozusagen.

Nach dem ich meine Deko aufgebaut, das Auto nochmals abgewienert und die schmutzigen Lappen entsorgt hatte, wusste ich erstmal nicht genau, wie ich starten sollte. Die BMW Crew (Sabo, Thilo und Steffen) waren zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs nach Weeze. Also nahm ich erstmal den kürzesten Weg des Wiederstands, link raus. Fressmeile. Mit maximaler Überforderung stand ich vor Schildern, auf denen NICHTS auf Deutsch geschrieben war. Es war ALLES auf Holländisch. Wenn man das so liest, ist es schon echt witzig. Und ich fragte mich ernsthaft, sind wir in Holland oder noch in Deutschland, aber in der Tat hatten wir noch deutschen Boden unter den Füssen. Jedoch wurde das Treffen von „402 Automotive“ organisiert, einer Gruppierung, niederländischer Autoenthusiasten, die diesen Job mit mehr als Herzblut regelmäßig umsetzen!

Weiter ging es in Richtung der Drift und ¼ Meile Area. Hier waren die ganz verrückten. Jedoch dauerte der Weg bis dahin eine Weile, weil A das Gelände echt rießig war und B überall eine Hundertschaft geiler BMW´s zu bestaunen war. Was maximal auffiel, dass die meisten Besucher aus Holland, Belgien und dann erst Deutschland stammen. Macht es in der Form interessanter, weil man Fahrzeuge bestaunen kann, die man sonst eher selten oder noch nie hier gesehen hat. Das ist auch der Grund, warum ich die kleinen Parkplatztreffen inzwischen nicht mehr so häufig anfahre, da in der Regel kein Programm geboten wird, die Fahrzeuge aus der Region IMMER die gleichen sind und ich mit meinem Klappstuhl auch auf dem Balkon chillen kann. Aber hier war das anders. Geile Karren, geiles Programm, eine Driftshow die so viel Speed in sich hatte, wie ich es selten gesehen habe, die Option, hier den ganzen Tag über die ¼ Meile zu preschen und die Auto Stunt Show vom DRIVE@WEEZE Team. All das machten neben den Holland Burgern, den dick geschnittenen Pommes und der Pfandfreien Dose Cola diesen Tag zu einem echten Erlebnis.

Aber gehen wir mal zurück in den Main Hangar…dem Knotenpunkt dieser Veranstaltung.

Aber auch dieser Weg sollte nicht leicht für mich sein, denn auf dem Rückweg von der Drift- und Racearea kam ich an den bereits erwähnten Hangars vorbei. Ich wusste ja nicht was da abgeht, ich wusste nur, was in meinem „Main Hangar“ abgeht. Also direkt mal durchstöbern. Klarer Fall, der Veranstalter hat alle Hangars zur freien Verfügung geöffnet.

In einem Hangar stand ein Club, chillten und grillten. Keinen hat es gejuckt. Niemand fühlte sich gestört. In einem weiteren Hangar drehte ein E46 M3 Donuts mit sich selbst. Auch das hat keinen gejuckt. Geil fand ich nur, dass er in Mitten des Hangars eine Go Pro stehen hatte, die er mit seiner Einlage wohl beeindrucken wollte. Hat geklappt. Ich fand es geil.

Die anderen Hangars wurden von den meisten Besuchern gestürmt, weil es einfach sensationelle Fotolocations sind. Jeder dieser insgesamt noch freien 4 Hangars sah komplett anders aus. Unzählige Fahrzeuge und Fotografen tummelten sich mit ihren Autos vor den Hangars und warteten auf die Möglichkeit, einfahren und knipsen zu können. Das hat mich so sehr beeindruckt, dass wir uns im Anschluss an das Treffen auch dort angestellt haben.

Endlich war ich wieder zurück im Main Hangar. Zeit, zur Bewertung vorzufahren. Aber auch das lief hier nicht typisch Deutsch ab. Man bekam ein Formular, musste seinen Namen, ein paar klassische Daten von Fahrzeug ausfüllen und dann sollte man sich entscheiden, in welcher Kategorie man sich bewerten lassen möchte. Zur Auswahl standen jeweils Best of Wheels, Paint, Interieur und Engineering. Bei der Best of Show hat man automatisch teilgenommen.

Ich wählte „Best of Interieur“ mit der Hoffnung, einer dieser wenigen 7 Pokale ergattern zu können. Das nächste, sehr kuriose an der Bewertung war, dass sich nicht ein Typ die Karre angeschaut hat, sondern 2 Mädels. Die aber durch meine Beobachtung den Tag über, dermaßen kompetent die Fahrzeuge auf Herz und Nieren unter die Lupe genommen haben, jeden Staubeinschluss bemängelt haben und wenn deine Felgen innen nicht zu 100% geputzt waren, dich sofort darauf aufmerksam machten, dass ich dachte, ohje, wenn ich erst mal meine Motorhaube öffne, dann war es das sowieso. Ich versuchte, jegliches Gespräch auf meinen Innenraum zu legen. Ablenken von Mängeln und Macken an meinem Auto, denn die kenne ich bereits. Aber keine Chance. Hier war ich erstmal geliefert. Also zog ich das Ding durch, stellte mich wieder auf meinen Platz und wartete mit meinen Jungs die Pokalvergabe ab, die pünktlich um 16 Uhr begann. Sollte ja bei der Anzahl der Pokale schnell gehen. Aber der Top Moderator, der uns den ganzen Tag ununterbrochen entertainte, drückte nicht nur jedem Teilnehmer bei der Bewertung das Micro in die Fratz, fragte ihn aus und sammelte Infos, sondern konnte all diese Infos später bei der Pokalvergabe auch im O-Ton wiedergeben. Er hat zu jedem Pokalgewinner die Fakten des Autos erwähnen können, was uns Zuschauer natürlich sehr gefallen hat, weil dadurch mal Leben in die Pokalvergabe eingehaucht wurde.

Alle Kategorien wurden aufgerufen, jeweils ein Gewinner durfte sich freuen. Interieur ging leider an einen E34 M5 ( Glückwunsch ), wenn ich mich nicht irre. Als dieser Pott aufgerufen wurde, war ich etwas enttäuscht und schon auf dem langsamen Weg, in Richtung meines Autos, was ja nur 10 Meter weg stand. Dann kamen die Top 3 Best of Show. Dritter Platz ging an den E91 V10 von Thilo, zweiter Platz wurde ein E36 Touring der wirklich mega geil war und dann kam das absolute Highlight des Tages „Gewinner in der Kategorie Best of Show ist ein E36 328i Coupe. Das Safety Car“, ertönte es aus den Lautsprechern. Ich musste erstmal kurz nachdenken, denn das hab ich auf jeden Fall nicht erwartet. So viele geile Fahrzeuge, so viele verschiedenen Stile und ich konnte mit meinem Konzept die Jury überzeugen. Einer meiner bisher größten Erfolge in den letzten 10 Jahren Tuningtreffen und Pokaljagt 🙂

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Mit netten Worten zu meinem Auto, bekam ich den Pokal vom Moderator übergeben, bedankte mich bei der Jury und stolzierte mit Applaus im Rücken zu meinem Auto. Es war so ein Gefühl, wie bei Herby (VW Käfer). Ich wollte ihm nach dem Erfolg die Haube küssen, schließlich hat es sich das SafetyCar verdient.

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Nachdem wir dann anschließend die Hangar Fototour abgeschlossen hatten, ging es auf direktem Wege ins Hotel, frisch machen und wieder ab ins Grillhaus. Den ersten Abend haben wir gemeinsam mit den Jungs in einer coolen Cocktailbar bei ein paar leckeren Caipis und Co ausklingen lassen. Am nächsten Morgen, direkt nach dem Frühstück ging es aber nicht nach Hause, sondern zu Waldie über die Grenze. JETZT waren wir in Holland!

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Waldie ist ein BMW verrückter Typ, der Spaß daran hat, auf dem Gelände einer Kartbahn, immer im Anschluss an die Bimmerworld, ein kleines After Hour Treffen zu schmeißen. Wir haben nicht allzu viel erwartet, hatten aber mächtig Spaß bei ihm. Kein Eintritt, kein Programm einfach nur gechilltes zusammen sitzen. Das Wochenende Revue passieren lassen und Spaß haben. Genau das haben wir voll umgesetzt.

Zur Mittagszeit haben wir uns dann auch langsam auf den Heimweg gemacht, da wir ja sonntags noch 500 km Heimfahrt hatten und nicht erst mitten in der Nacht ankommen wollten. Auf der Autobahn haben wir uns dann getrennt, sodass sich jeder seine Wunsch- Pace aussuchen konnte.
Bei mir hieß es, wie bereits das ganze Wochenende…full throttle

Fazit:
Die Bimmerworld ist eine erstklassige Veranstaltung mit 4 stelligen Besucher / Fahrzeugzahlen auf einem sensationellen Gelände und unterhaltsamen Tagesprogramm. Langeweile kommt hier in keiner Minute auf. Für mich absolut mit unserem England Trip zu vergleichen, weil es einfach geil war in Weeze. Man hat zu keinem Zeitpunkt hektische Einweiser oder Ordner rumrennen sehen, da sich alle einfach an die Regeln gehalten haben. Wenn mal einer geburned hat, hat es keinen interessiert. Driften konnte auf der Performance Area ja auch jeder, der wollte. Viertel Meile stand jedem frei. Somit hast du als Veranstalter die maximale Dummheit mancher Besucher auf ein absolutes Minimum reduziert. Ich war rundum begeistert, werde dieses Treffen weiterhin supporten und vor allem 2017 auch wieder besuchen.

Danke an 402 Automotive für das geniale Treffen!!!

Text: Denis Marasciulo / SzeneReport by Phoenixx
Fotos : Bimmerworld / Archiebald Photography / Marcing.Digital Media