Im Land der aufgehenden Sonne – Reisbrennen 2016

Jeden August ist es wieder soweit die Lausitz ruft. Dieses Jahr wurde dass 12 Reisbrennen am Eurospeedway gefeiert. Auf der modernsten Rennstrecke Deutschlands auf der sonst die DTM zu Hause ist, gab es an drei actiongeladenen Tagen alles was das Japan- Tuner Herz begehrt. Hier brannte der Reis und wir dürfen für den ap Blog berichten.

Am Freitag war wie gewohnt die Anreise. Tausende Fahrzeuge reisten friedlich an. Polizei war vor Ort und kontrollierte vereinzelt Fahrzeuge, die Orga am Eingang war super und man konnte problemlos seine Area beziehen und sein Lager aufbauen. Einige Hardcore Fans liefen schon am Donnerstagvormittag auf. Nach und wurden es immer mehr und die Parkplatzparty war im vollen Gange.

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Die Fahrzeuge aus dem Land der aufgehenden Sonne strömten wie immer aus allen Himmelsrichtungen in die Lausitz. Tausende von Kilometer werden für Europas größtes Treffen für japanische Fahrzeuge, Tuning und Rennsportbegeisterte extra gefahren. Die wohl weitesten Anreisen hatten der Südafrikaner Wade van Zummeren mit seinem Widebody R34 Skyline und der Australier Aleksander Kantarovski mit seiner Nissan PS13. Fast genauso lang war die Anreise von Franz Simon von Simon Motorsport. Der gebürtige Deutsche führt in Dubai eine exklusive Tuningwerkstatt für Luxuskarossen und Exoten. Beide waren auf dem Reisbrennen um an der Drift-Allstars World Championship Drift Chalange teilzunehmen. Der Drift-Allstars World Championship war das erste Mal auf dem Reisbrennen und die  38 der besten und bekanntesten europäischen Drifter ließen das Gummi ordentlich rauchen. Während des Trainings und der Nightdriftshow am Freitag konnten die Zuschauer sehen was in den Profis steckt. Es ging ganz nach dem Motto kleckern statt glotzen. Trotz Nieselregen ließen die Drifter Gummi auf der Rennstecke und legten den Eurospeedway in eine Rauchwolke.

Wer am Freitag noch nicht genug hatte konnte sich erstmals zum ¼ Meile Rennen auf der Besuchertribüne versammeln.  Wegen des schlechten Samstagwetters der letzten Jahre (Wer erinnert sich noch an 2014 mit „Tüte Tüte Tüte“ und an das schwere Unwetter) wurde das ¼ Meile Rennen auf Freitag gelegt. Damit war auch Platz für das erweiterte Rahmenprogramm mit den Drift-Allstars. Aber Petrus spielte dieses Jahr den Rennteilnehmern wieder einen Streich. Kurz vor dem Rennen kam eine Nieselregenfront und umhüllte den Eurospeedway. Nach dem Regen starteten dennoch die Motoren und es gab schnelle Kopf an Kopf Rennen. Einige testeten ihre Umbauten, andere freuten sich, dass alles problemlos lief und die Leistung voll entfaltet werden konnte. Die Kommentatoren unterhielten mit Witz und knallharten Fakten. Jedes Fahrzeug wurde anerkennend kommentiert ob mit 150PS oder 1000+. Manchmal schien es so, dass die 1000 PS zum guten Ton unter den Fahrern gehört.

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Nachdem die Nacht hereingebrochen ist wurde es nicht ruhiger in „klein Japan“. Im Beleuchtungscontest, leuchteten, scheinten, glitzerten und blinkten die Ricer um die Wette. Es ist jedes Mal ein erleuchtendes Highlight welches einem ein erstauntes Schmunzeln entlockt. Wer noch nicht genug hatte konnte sich bei der Reisbrennen Open Air Party mit dem DJ Team Sölk & Henschel, die Seele aus dem Leib tanzen. Unterstützt wurde die Party von heißen Asia Chicks, Pole Dancern & einer Stripshow. In den Lagern kehrte aber auch keine Ruhe ein. Überall hörte man Motorengeräusche und immer mal wieder ein zischen eines Turbos oder das Knallen eines Auspuffes. Wenn man die Augen schließt und aufmerksam zuhört, kann man die deutlichen Unterschiede zwischen einem Wankel und einem RB Motor oder einem Boxer hören. Das gehört einfach dazu genauso wie der Austausch und das Fachsimpeln.

Am Samstagmorgen wird man standesgemäß vom Motorengeräusch geweckt.  Ab 8 Uhr beginnt das geführte Fahren auf der Rundstrecke. Es gibt fast nichts Schöneres am Morgen als mit einer Tasse Kaffee auf die Rennstrecke zu blicken, und die vorbeifahrenden Japaner und Koreaner zu beobachten, während die Sonne aufgeht. Der Samstag ist vollgepackt mit Programm und offen für Tagesbesucher. Die  German Timeattack Masters  starteten am Samstag mit dem Warmup und später mit den Qualifikationen im 2WD & 4WD und Pro & Extreme, mit dem Super Lap Finale.  Wer selbst einmal auf der Strecke fahren will konnte das während des Reisbrennens natürlich auch. Das Freie Fahren ist für jeden offen, egal ob PS Bolide oder Spritsparer, Fahrerneuling oder Amateurrennfahrer. Jeder der sich fürs Freie Fahren anmeldet kann zwei mal 30 Minuten die Strecke zum Fahren nutzen.

Am Nachmittag versammelten sich gefühlt alle Besucher an der Rennstrecke zur Highspeed Drift Show. Die  37 männlichen Drifter und eine weibliche Drifterin zeigten eine heiße Show bei der jedem der Atem anhielt. Die Marken der Driftfahrzeuge waren breit gefächert von Nissan über Toyota und Lexus, Honda und Mazda bis hin zum BMW. Ja extra für die Drift Allstars waren Fremdmarken auf der Strecke erlaubt, aber bei so schönen Drifts wurden alle Drifter lautstark bejubelt.

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Später am Finale der Drift Allstars zeigten die Drifter was alles in ihnen und in ihren Autos steckt. Es gab Drifts auf höchstem Niveau. Knappe Twin Battles bei denen nicht einmal mehr ein Blatt Papier zwischen die Karossen passte. Die Fahrer haben sich gegenseitig nichts geschenkt, im Gegenteil jeder Punkt für die Bewertung war hart erkämpft. Die einzige weibliche Drifterin Karolina Pilarczyk aus Polen zeigte den Männern mit ihrer Nissan Silvette mit V8 unter der Haube das sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach steht. Leider reichte es nicht für einen Platz auf dem Siegertreppchen. Den dritten Platz sicherte sich Nigel Colfer aus Irland, knapp hinter Piotr Wiecek aus Polen. Das Siegertreppchen erreichte mit vollem Stolz James Deane aus Irland vom Team Falken. Wir gratulieren dazu recht herzlich.

Das Reisbrennen bietet nicht nur für Motorsportler etwas. Auch Fans vom Show and Shine kommen voll auf ihre Kosten. Dafür wurde letztes Jahr extra die Hot Import Arena gemacht. Für diesen Bereich können sich im Vorfeld die Fahrer von seltenen und aufwendig umgebauten Fahrzeugen bewerben und diese für die Besucher zur Schau stellen. Die Fahrzeuge waren sehr individuell und mit viel Liebe zum Detail umgebaut. Sei es zu reinen Showzwecken oder mit Motor Umbauten. Einige der Fahrzeuge wurden am Samstagabend für ihre Mühen mit einem Pokal belohnt.

Im Fahrerlager zeigten die Rennteams und Driftteams ihre Fahrzeuge und man konnte ganz nah ran an die besonderen Umbauten. Es war kein Problem in Ruhe mal unter die Haube zu sehen oder in die für Rennzwecke umgebauten Innenräume. Ebenfalls waren im Fahrerlager auch Händler wie Brömmler mit dem neuen Nissan R35 GTR, Turbozentrum Berlin, Öhlins Fahrwerke und Osram. Einige bekannte Händler wie Customkingz Performance, JDM Shop, LEDOV und World of Sticker waren natürlich auch vor Ort und immer gut besucht. Natürlich dürfen Reisbrennen Urgesteine wie RHD Speedmaster mit seinem Speedmonster und TJ Imports mit seinem Nissan R33 GTR nicht fehlen. In den Boxen selbst waren unter anderem Part Box mit dem Geschäftsführer von BRIDE anzutreffen und Wheelscompany, MFL Lackierung und noch viele viele mehr.

Unser Fazit zum Reisbrennen 2016 ist durchaus positiv. Der Eurospeedway bietet eine schöne Location mit viel Platz und viel Rahmenprogramm bei familiärer Stimmung. Wir freuen uns immer sehr auf die Reisbrennenzeit, wenn auch das Wetter in der Lausitz sehr tückisch sein kann. Jedes Jahr trifft man Freunde, die man viel zu selten sieht und lernt neue kennen. Man sieht fantastische Autos und lernt Promis rund um die Japan, Auto oder Rennsportszene kennen.  Unser persönliches Highlight war ein Ausstellungsplatz für die GTR´s von Ralf und Max im Fahrerlager am Stand von TJ Imports. Wir danken hierfür nochmals sehr und sagen Danke für diese unvergesslichen Tage. Für den Honda Accord US Coupe von Martin am Stand von Customkingz Performance auch ein großes Dankeschön.

Wir möchten auch noch ein großes Lob an die Veranstalter vom Reisbrennen aussprechen. Platz, Organisation und Rahmenprogram inkl. Fressmeile waren super.
Allen eine restliche schöne Saison und denkt daran: Nach dem Reisbrennen ist vor dem Reisbrennen.

Text: Import Society

Bilder: Import Society