Next Stop – Santa Pod Raceway Vol. 2

Bereits letztes Jahr durfte ich über ein Event berichten, was für mich nach wie vor alles bisher Gesehene in den Schatten stellte. Es drehte sich letztes Jahr um meinen wirklich sehr langen und ausführlichen Eventbericht über unsere Reise ins Vereinigte Königreich nach Santa Pod auf die “BMW SHOW UK 2015“.
Nach dem einzigartigen Erlebnis in 2015 war unmittelbar klar, WIR fahren 2016 wieder One Way 1000 km auf die königliche Insel.

Gesagt, getan. Mein organisatorisches Talent wurde dieses Mal nicht so sehr gefordert, da die wichtigsten Dinge bereits vom Vorjahr klar waren. Anders als 2015 haben wir uns dieses Jahr nicht nur für 3 Tage Hardcore Trip entschieden, sondern haben eine Woche Urlaub daraus gemacht. In einem Hotel wäre dies neben all den Kosten nicht finanzierbar gewesen, weshalb wir uns für ein wirklich geiles Ferienhaus im verschlafenen Dörfchen Hitchin entschieden haben. Bereits im Buchungsvorgang taufte unsere geheime Facebook- Gruppe, der 2016 ganze Zehn Leute zugehörten, das Anwesen als “Pornobunker”, weil es sich um ein zweistöckiges, geiles Ferienhaus mit mehr als 4 Hektar Land handelte.

Wir freuten uns alle auf diesen Trip und dann kam der Tag X. Bereits morgens um 8 ging es für uns Driver Steffen, Thilo, Manuel, Dom und mich auf die Piste Richtung Dünkirchen. Meine Frau, meine Tochter und Vanessa flogen der Gemütlichkeit halber mit dem Flieger. Chris musste ebenso nachfliegen, weil er sich in dem Zeitraum mitten in seinen Prüfungen befand.

Also zeitig losgefahren, kamen wir bereits bei Saarbrücken in ein heftiges Unwetter, was uns dann auch die gesamte Tour bis Brüssel begleitete. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug gefühlt 60 km/h, wodurch wir bei dem Trip nie wirklich das Gefühl hatten, dem Ziel der Fähre näher zu kommen. Nach wirklich anstrengenden 10 Stunden Fahrt erreichten wir dann endlich den Hafen von Dünkirchen, wo wir prinzipiell eine Fähre früher hätten nehmen können, aber wegen 5 Minuten Verspätung leider 2 Stunden auf die Nächste warten mussten. Also haben wir erstmal unsere Klappstühle ausgepackt und auf dem Zollparkplatz unser kleines Tuningtreffen veranstaltet. Schaulustige “Wartende” kamen auf uns zu, fragten uns aus und bestaunten unsere Fahrzeuge. Den Fuhrpark musste man aber in der Tat auch nicht verstecken. Begleitet wurde mein Safety Car unter anderem von einer natogrünen E36 325er Limo, einem komplett individualisierten 520i E39, einem geilen E92 M3 Cabrio sowie dem Manni…Manni ist ein werksausgelieferter 316i Touring, der von der Tuningschmiede Manhart aus Wuppertal mit einem M6 Getriebe, riesen X6M Bremsen und dem brachialen V10 Triebwerk vom BMW M5 ausgestattet wurde. Eine Wahnsinns- Kiste in meinen Augen.

Nachdem unsere Wartezeit verstrichen war, ging es dann endlich zum lang ersehnten “Check In”. Dem Kassenboy noch kurz erklärt, dass wir auf keinen Fall wieder in Kolonne mit den Serienautos auf die Fähre fahren werden, da wir A die Option der “tiefergelegten” Autos gewählt haben, und B uns letztes Jahr durch die miese Zufahrt diverse Anbauteile zerstört haben.
Wir bekamen Lane 39 zugewiesen…

An der Zufahrts- Lane angekommen, hieß es wieder warten, alle angehenden Passagiere chillten in ihren Autos, wir davor.
Als dann die wirklich gestressten Einweiser in ihren gelben Warnwesten und Funkgeräten um die Kurve kamen, ging es verdammt schnell. Lane für Lane wurde in Rekordzeit in den Bauch des Schiffs  gelotzt. Wir kamen als PKW´s zuletzt. Hat die Ansage wohl gefruchtet, denn wir wurden gemeinsam mit den LKW´s fast ebenerdig über die Rampe geschickt. Im Bauch des Schiffs angekommen, stellten wir unsere Autos ab, vergnügten uns im Board Restaurant und erfreuten uns unseres ersten Etappenziels.
Also die Durchsage kam, dass wir in wenigen Minuten den Hafen von Dover erreichen würden, ging auch hier alles wieder sehr schnell. Ladies and Gentleman, start you Engine!

Und dann begann der Wahnsinn, Part 2. Du fährst vom Schiff, ordnest dich im Verkehr des Hafengeländes ein, bis dir ein entgegenkommender 40zig Tonner per Lichthupe erklärt, dass du auf der falschen Seite unterwegs bist, sammelst dich wieder und trommelst deine Jungs zusammen. Nachdem wir “bisher” unbeschadet den Hafen verlassen haben, hatten wir uns am nächstmöglichen Hotspot niedergelassen, um auf unseren Shuttle zu warten, der uns wieder von Dover ins knapp 200 km entfernte Hitchin geleiten sollte. Unser Freund Therry machte sich wieder einmal selbstlos auf den Weg, nachdem er bereits zur Mittagszeit über die halbe Insel gefahren ist, um die Mädels vom Flughafen abzuholen und ins Ferienhaus zu bringen. Damit aber nicht genug, denn auf dem Weg nach Dover, musste er sogar nochmal zum Flughafen, Chris unterwegs einsammeln, der dann auch zwischenzeitlich englischen Boden unter den Füßen hatte.
Es war bereits fast Mitternacht, wir waren müde und wollten nur noch nach Hause. Über unsere Funkgeräte kommunizierten wir zum englischen Führungsfahrzeug, dass er bitte rücksichtslos alles aus dem E82 120d rausholen solle, was geht, damit wir endlich mal Kilometer reißen können. Gesagt, getan. Ging es auch schon mit Vollgas in Richtung Bett.

BMW Show UK 2016 - 04

Jedoch stellte sich uns auch hier eine weitere Hürde in den Weg. Therry sagte uns beim Zusammentreffen am Hafen, dass wir leider niemals das Anwesen unseres Ferienhauses mit unseren Autos erreichen würden. Dummerweise bestätigte mir dies meine Frau einige Stunden vorher übers Handy auch schon, als sie dort ankam. Stand leider nie in der Beschreibung, aber nun ja. Mussten wir wohl durch. In der Zielstraße angekommen, bremsten alle und stiegen erstmal aus, um sich das Krisengebiet mal anzuschauen. Man kann es an diesem Punkt mal kurz fassen. Mit einem normalen Fahrzeug braucht man für die gesamte Zufahrt von Zivilisation zum Grundstück 5 Minuten. Wir haben am ersten Abend mal entspannt 45 min gebraucht, bis alle heile auf dem Gelände angekommen sind. Die Zufahrt zu unserem Grundstück wurde uns neben der wirklich miesen Straße durch ein geiles, elektronisch gesteuertes Stahltor verwehrt. Wie im Film ging es dann per Knopfdruck direkt vors Haus. Als Betthupferle gab es frisch gekochte Spaghetti Bolognese von den Mädels und einen Jacky Cola zum runterkommen. Dann ging es auch erstmal ins Bett.
Am nächsten Morgen haben wir klassisch englisch gefrühstückt und dann das traumhafte, 4 Hektar große Außengelände sowie die wirklich miserable Zufahrtsstraße gecheckt. Nach kurzer Rücksprache mit dem Vermieter haben wir alle dann mit seiner Hilfe das Diplom zum staatlich anerkannten Straßenbauers erworben. Alle Mann haben mit Schubkarren, Schaufeln und kiloweise Geröll geholfen, die unzähligen Löcher der Straße zu flicken.

Im Anschluss haben wir unsere beiden Mietwagen abgeholt, da keiner von uns Lust hatte, mit seinem Showcars eine Woche lang durch England als Daily zu cruisen. Es gab einen VW Polo und einen Opel Corsa. Beide Fahrzeuge wurden in Kürze zu “X-Drive AMG OPC Offroad Cross Harcore” Kisten umgetauft, da sie ihren Zweck zu 110% erfüllen mussten und sichtlich an ihre Grenzen kamen.
Als wir jedoch die Autos entgegen nahmen, stellten wir verdammt schnell fest, dass der Linksverkehr nur eine Hürde für uns bedeutete. Die jedoch wirkliche Herausforderung kam mit dem Rechtslenker auf der falschen Straßenseite. Du kannst der beste Fahrer der Welt sein, wenn du aber auf der falschen Seite einsteigst und dann noch auf der falschen Seite fahren sollst, kommst du schnell an deine Grenzen.

Umso glücklicher waren wir, als wir wieder am Haus angekommen waren und in unsere  BMW´s einsteigen konnten, denn es war Zeit für unsere persönliche “8 Mile”. 8 Mile, weil ein Tuning Club im 8 Meilen entfernten Letchworth ein abendliches Tuning Meet abgehalten hatte, wo wir natürlich nicht fehlen durften.
Dort angekommen wurden wir wie immer freundlichst von den Engländern empfangen. Was wir dort gesehen haben, gibt es in Deutschland nicht, noch nicht einmal in kleinen Garagen oder Scheunen. Solche kranken Dinge bauen Deutsche nicht. Und das krasseste ist, dass die Fahrzeuge dort genauso bewegt werden, meistens jedoch quer, denn das scheint auf der Insel der Volksport der jungen Erwachsenen zu sein. Die Autos sehen teilweise so mies aus, dass es schon wieder geil ist, aber Leistung haben sie alle.

Am Folgetag erkundeten wir erstmal ganz gemütlich das Areal um unser Dorf, starteten mit der gesamten German Crew einen Ausflug nach London, wurden bei einer Sightseeing Bus Tour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vertraut, tuckerten über die Themse und wurden in der stressigsten U-Bahn der Welt auf die Geduldsprobe gestellt. Noch nie habe ich so eine gestresste Masse an Menschen gesehen. Abnormal. Als wir in der völlig überfüllten U- Bahn den Bahnhof erreichten, waren wir sichtlich erleichtert, in unserem Zug Richtung Stevenage zu sitzen. Am Abend gesellten wir  uns  dann zum offiziellen “HBOC meets the Germans” am legendären McDonalds Parkplatz, wo letztes Jahr eine Polizeistreife dabei zusah, wie ein Mitglied der Truppe einfach willenlos auf dem Parkplatz driftete. Hier läuft alles etwas anders. Auch dieses Jahr sollte es wieder etwas ganz Besonderes werden. Das Wetter war so regnerisch, dass wir eigentlich nur aus Höflichkeit zu dem Meet gefahren sind, jedoch nötigte uns Therry und seine Crew, gemeinsam das Gelände zu wechseln, da wiederrum im Letchworth etwas ganz besonderes auf uns warten würde. Bei strömendem Regen zu später Stunde fuhren wir wiedermal ins 8 Meilen entfernte Nachbardorf und sammelten uns auf einem großen Speditionsparkplatz.
Wenige Minuten nach unserer Ankunft wussten wir, warum wir hier sein sollten. Eine Truppe Profi Drifter in japanischen Fahrzeugen, sowie BMW Modellen brachten trotz Wolkenbruch den Asphalt zum Glühen. Es war prinzipiell eher Kategorie “Asozial”, aber auch hier wieder so Assi, dass es verdammt geil war. Was wohl der Besitzer des Grundstücks dazu sagen würde, wenn er am Folgetag die ganzen Spuren entdecken würde. Wie wir Tage später erfahren haben, war unser Besuch auf dem Firmengelände nicht mal angemeldet oder legal, sondern einfach spontan durch den Club von HBOC ausgemacht und organisiert.

Der Abend verlief im Großen und Ganzen sehr gechillt mit einer handvoll verrückter Tuner, wie man es sich eben vorstellt. Spät im Ferienhaus angekommen, stellten wir neben einem, durch die Auffahrt bedingten Karosserieschaden noch eine Reifenpanne bei Dom´s E39 fest und kontaktierten gleich mal unseren Therry, der uns ganz spontan am nächsten Tag einen neuen 19 Zoll großen Reifen inkl. Montage besorgen musste. Nachdem die Formalitäten geklärt waren, gönnten wir uns erstmal den einen oder anderen Drink und fielen alle müde ins Bett.

Mein persönliches Highlight fand am Samstag den 18.06.2016 statt, denn da feierte ich mit meiner Familie unseren 5. Hochzeitstag. Dieser wurde gemütlich mit einer Shoppingtour, anschließend glühender Kreditkarte und einem leckeren Essen im Towncenter von Stevenage zelebriert.

Und dann kam der Sonntag, der Tag X, der eigentliche Grund für unseren Besuch auf der königlichen Insel. Die BMW Show UK 2016 auf dem legendären Santa Pod Raceway in Podignton. Der Tag begann verdammt früh. Gegen 6 Uhr versammelten wir uns zum “english breakfast” in unserer Küche. Fahrzeuge waren bereits am Vorabend schon gepackt und abfahrbereit. Wir fuhren um 7 Uhr in 2 Gruppen zum nahegelegenen Waschpark, um unsere Autos von den Spuren unserer Enduro Auffahrt zum Haus sowie dem englischen Dauerregenwetter zu befreien. Um 7:30 war Treffpunkt am Mc Donalds mit unseren englischen Freunden. Gemeinsame Abfahrt um 8:00 Uhr. Die leergeräumten Auspuffanlagen dröhnten auf, GFK verbreiterte BMW´s rollten vom Hof. Die ersten Burnouts wurden gezogen, und dann ging es mit knapp 20 Autos auf die Hauptstraße. Ein irres Tempo wurde vorgelegt, aber wir sind mitgezogen, denn wenn die Jungs so rasen, sind Blitzer meinst in weiter Ferne. Und da wir inzwischen wissen, dass die Cops hier eher wegschauen, als Theater zu produzieren, fuhren wir einfach in Kolonne “Old English Style” relativ Vollgas über die Insel. Eine Stunde später erreichten wir das Gelände der Veranstaltung. Anders als im Vorjahr, mussten wir uns ganz offiziell in einer ewig langen Schlange BMW´s anstellen, um aufs eigentliche Areal der BMW Show zu gelangen. Halbe Stunde Stop & Go und viele neugierige Blicke später erreichte der eine Teil von uns den Show & Shine Bereich, der andere Teil den Clubstand Bereich neben der Rennstrecke.

Autos geparkt, nochmals gereinigt und festgestellt, dass es viel zu windig für Banner und Dekos ist, sind wir dann alle Mann ausgeschwärmt. Einige von uns wussten ja bereits vom Vorjahr, was uns erwarten würde. Andere waren das erste Mal dabei und sind aus dem Schwärmen nicht mehr rausgekommen.
Wie ich es letztes Jahr schon berichtet habe, kannst du jahrelanger Treffenbesucher sein, aber was du hier zu sehen und geboten bekommst, ist nicht mit Asphalt Treffen in Deutschland zu vergleichen. Hier steht nicht saufen und feiern im Vordergrund, sondern noch das Eigentliche, das Wesentliche, worum es bei unserem Hobby geht. Reifenqualm, Spritgeruch, tausende Autos, noch mehr tausende Menschen, die diese Leidenschaft teilen und vor allem ein Programm, welches es dir eigentlich nicht ermöglicht, alles zu sehen, wenn du dir alles genau anschauen willst. Wir haben diese Herausforderung dennoch wieder angenommen und starteten in der Lane zum Drag Racing. Hier treten immer 2 Autos auf der 1/4 Meile gegeneinander an. Es gewinnt aber nicht zwangsläufig das PS- Stärkere Auto, denn wenn du es am Start bereits verkackst, deine Reaktionszeit die deiner Oma gleicht, dann kannst du es gleich vergessen. Da retten dich nur selten mehr PS unter der Haube. Den ganzen Tag jagten hier hunderte, bestimmt sogar tausende Fahrzeuge über die Quartermile von Santa Pod.

Letztes Jahr war ich über den kleinen Rummelplatz hinter der Tribüne überrascht, an dem wir als Camper am Vorabend sichtlich unseren Spaß bei Autoscooter und Co hatten. Dieses Jahr wurde da so viel mehr geboten, dass meine Tocher im Prinzip den ganzen Tag hätte dort unterhalten werden können. Um es in Worte zu fassen. Kinderhüpfburgen gibt es inzwischen auf jedem brauchbaren Treffen. Hier stand aber eine Hüpfburg in der Größe eines Einfamilienhauses. Und das ist in dem Fall nicht übertrieben.

Wieder zurück auf dem Treffengelände, hast du hier die einmalige Chance, wie auch schon auf den abendlichen Treffen, Umbauten zu bestaunen, dies es in Deutschland maximal im TV zu bestaunen gibt. Und zwar meistens bei den alten Folgen von TOP GEAR.
Komplette GFK Breitbauten, die an Transformer erinnern, Fahrzeuge, deren Schweller OHNE LUFT auf dem Boden aufliegen. Heckflügel auf denen eine ganze “Kelly Family” ihre Fritten futtern könnte. Ausgebaute Scheinwerfer, um mehr Luft zu saugen. E30 Fahrzeuge mit V8 Kompressormotoren oder zwei Turboschnecken im Motorraum, die so überdimensioniert sind, dass der Kollege nicht mal mit einer Motorhaube angereist ist.

Faszinierend ist das Clubleben auf der Insel. Es gibt bei uns auch diverse Modellclubs, aber auch hier ist es alles etwas anders. Ein BMW E39 Club mit 50 Autos, ein E30 Club mit 40 Autos, ein M3 Club mit 50 Autos und so weiter. Hier hat jede Baureihe seinen eigenen Club, und ist auch verdammt stolz drauf, sich in dieser Anzahl hier zeigen zu können. Sowas würde ich mir mal in Deutschland wünschen.

Wenn du dir dann tausende Fahrzeuge aller Tuningstyles angeschaut hast, kannst du dich entweder vor der Bühne niederlassen, wo wechselnde DJ´s und Mc´s dich den ganzen Tag bei Laune halten, oder du genießt einfach wieder die Show. Der weltbekannte Terry Grant bekam dieses Jahr sein eigenes Driftareal und zeigte mit seinem 1937 Ford Sedan, was er bereits hundertfach der Welt bei unzähligen Show zeigte. Schmeiß die Karre in den Drift, verankere alles was zu verankern geht, steige dann aus und schau zu, wie dein Auto um dich herum driftet, OHNE Fahrer oder Co Pilot. Alleine hier wird pro Show ein Satz Reifen verballert. Schräg gegenüber ging es aber im Akkord weiter mit Reifenverschleiß. Drifttaxi stand auf dem Programm. Für 10 Pfund konnte jeder einige Runden mit Driftprofis hier mal G-Kräfte der besonderen Art verspüren. Wem das nicht gefällt, kann es ja auch mal selbst probieren und zwar im Drift Trike.

Man nehme ein altes Damenrad, einen alten Rasenmäher, etwas Stahl, 2 Go Kart Reifen, 30cm Plastikrohre, ein Schweißgerät und einen Samstagmittag Zeit. Das Ergebnis, eines der geilsten Männerspielzeuge aller Zeiten. Wir sind dort komplett eskaliert und hatten unheimlich viel Spaß, dass wir bereits nachdenken, uns solche Teile hier auch zu bauen. Auch wenn wir aktuell nicht wissen, wo wir sie fahren sollen aber erstmal haben !!!

Absolut sehenswert und für deutsche Tuner eigentlich Sperrgebiet, ist die Händlermeile. Zum einen kannst du hier gebrauchte Autoteile direkt aus einem 7,5 Tonner kaufen, zum anderen gibt es hier alles an Rocket Bunny und Liberty Walk Nachbauten, sowie jegliche Form der GFK Anbauteile zu so günstigen Preisen, dass es mir oft in der Hose gejuckt hat hier nicht das ganze Auto vollzupacken um es in Deutschland zu verkaufen. Nach so einem Tag Santa Pod, kommst du auf Umbauideen, die legal wieder ein schweine Geld kosten, weil du diese Lowbudget Umbauten in UK zwar feierst, dieses aber in der Form NIEMALS bei uns auf die Straße bringen würdest. Deshalb kostet Qualität eben seinen Preis. Und Qualität wurde auch in England ausgezeichnet. Letztes Jahr kam ich in den Genuss, einen von nur 5 Pokalen im Bereich Show & Shine mit nach Hause nehmen zu dürfen. Dieses Jahr wurde “German Engineering” besonders stark ausgezeichnet. Thilo und Steffen wurden jeweils mit ihren beiden Blickfängern zu 2 von 5 Pokalgewinnern der gesamten Tuning Show. Das war ein sehr geiler Moment, da dir diese internationale Auszeichnung auch zeigt, dass sich der lange Weg, der Stress und vor allem der Aufwand für die beiden gelohnt haben. Sie wussten ja nicht, worauf sie sich einlassen würden, als ich sie fragte, ob sie Lust hätten, mit nach England zu kommen.

Stolz und etwas durchgefroren ging es nach der Show dann auch wieder zurück ins Ferienhaus, wo wir gemeinsam über Erlebtes gesprochen haben und mehr oder weniger im Sitzen eingeschlafen sind. Am Folgetag haben wir das Traumwetter genutzt um coole Fotos unserer Autos in der Sonne auf unserem Grundstück zu schießen und am Abend haben wir gemeinsam mit Terry, Michael und Charlotte noch einmal alles rausgelassen, was energietechnisch noch abrufbar war. Die Lebensgeschichte über unsere Heimfahrt möchte ich mir mehr oder weniger sparen, da es hier auch noch eine große technische Panne gab, die ein Teil des Teams ca. 5 Stunden im Zeitplan nach hinten geworfen hat. Team A lag um 22.00 Uhr abends geduscht im Bett, Team B leider erst um 03:00 Uhr morgens dank der Plus- Mitgliedschaft des ADAC. Heute geht es allen Autos wieder gut und wir freuen uns auf den UK Trip 2017
…to be continued

Ich möchte mich auf diesem Wege bei dem gesamten “UK Trip Team” bedanken, die diese Tour 2016 möglich gemacht haben, mich und vor allem meine Familie mit so viel Respekt behandelt und gemeinsam mit mir die 2000 km auf Achse runtergerissen haben. Eine geile Kolonne, eine geile Crew und eine geile Zeit. Ich freue mich auf den nächsten, etwas anderen Trip mit euch!!!

Erfahrungsbericht: Denis Phoenixx Marasciulo

Bilder: Denis Phoenixx Marasciulo