Start the Season in Deggendorf – Markenoffen, sonnig, gemütlich

Also eines muss man den Jungs und Mädels vom NightStreetRacer e.V. in jedem Fall zugestehen: Gott oder zumindest Petrus liebt sie. Nachdem schon beim End of Season Treffen letzten Herbst plötzlich und ziemlich unerwartet Nebel und Regen verschwunden waren hatten wir zum Saisonauftakt den vielleicht heißesten Tag des Jahres. Das bedeutet natürlich auch viele Autos, viele Fotos, viele Leute. Ohne zu viel vorweg zu nehmen kann ich an dieser Stelle sagen, mein positiver Eindruck vom Vorjahr hat sich auch in jeder anderen Hinsicht bestätigt. Also, anschnallen und los gehts an die Donau!

Ersteindruck und Anfahrt
Wie schon im Vorjahr fand das Treffen am „Festplatz an der Ackerloh“ statt. Was ein bisschen sperrig klingt bedeutet in Wirklichkeit eine wunderbar praktische Autobahnanbindung (Ausfahrt nur wenige hundert Meter von der Veranstaltung), trotzdem eine fussläufige Innenstadtnähe und dann natürlich auch noch direkt an der Donaupromenade. Also rein vom Platz gesehen hat sich Deggendorf damit in meine persönliche TOP 3 geschoben. Bis wir dann mal aus dem Münchner Westen die knapp 200 km staufrei geschafft hatten, war der Platz so gegen 11 auch schon recht ordentlich gefüllt. Laut Facebook waren übrigens am Ende gute 1500 Besucher da. Dabei variierten die Preise zwischen 0 und 10 Euro. Ersteres für Besucher die auf Schusters Rappen kamen, letzteres für Einfahrt mit Bewertung.

Was gab es für Specials?
Nach dem Erfolg letzten Herbst waren die Veranstalter offenbar äußerst motiviert, dies nochmals zu toppen. Die obligatorischen DB Messungen und Pokale war ebenso im Angebot wie eine Hüpfburg für die Kleinen, einige Aussteller und wie ich fand sehr cool – eine RC Driftstrecke. Der Foodcourt war zu einer beachtlichen Größe angewachsen, es gab ausreichend Sitzplätze und ich persönlich fand auch die Preise mehr als zivil (2,50 für eine Bratwurstsemmel), da hatte ich eine Woche vorher am Ammersee deutlich mehr bezahlt (4 Euro für eine Bratwurstsemmel). Auch die 2 Euro Pfandeinsatz für Flaschen über die im Nachhinein schon wieder diskutiert wurde, empfand ich als problemfrei, da zumindest bei uns die Rückgabe völlig stressfrei funktionierte. Hier auch nur so nebenbei, wer gerne mal neben den Autotreffen über einen Mittelaltermarkt streift kennt Pfandeinsätze von bis zu 5 Euro für einen Becher. Wie gewohnt wurde auch wieder ein guter Zweck unterstützt, in diesem Fall die Aktion Knochenmarkspende Deggendorf.

Die Autos
Ascona, Manta, Kadett, Astra?! Opel waren ebenso in großer Menge am Start wie die Freunde aus Wolfsburg vom Super-Lowrider Bully bis zu den zahlreichen GTI`s und Sciroccos. Dazu eine ganze Gruppe ziemlich tiefer und ziemlicher Schicker BMW`s. Außerdem habe ich zwei wirklich best erhaltene Audi GT aus meiner Jungendzeit entdeckt, einige Toyota MR2, eine Reihe GT86, eine kleine Gruppe Mustangs und auch sonst gab es eine bunte Mischung aus aller Welt von Abarth bis zu einem Twizzy und ein paar Traktoren.

Die Stimmung
Ich persönlich fand die Stimmung abermals ziemlich gut. Alleine die Lautsprecheransagen in urigstem bayerisch sind die Anreise wert. Hier erklärt ein stolzer Besitzer ein paar Kids seinen klassischen Camaro, da werde ich direkt zu einer gemütlichen Runde ins Pavillon einer ausstellenden Gruppe eingeladen. Die Besucher mit denen ich spreche sind alle und ausnahmslos begeistert. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass hier eine ziemlich familiäre Atmosphäre herrscht.

Der Nachtritt
Wie immer in letzter Zeit gab es im Anschluss natürlich ein paar Unzufriedene und ich persönlich kann nicht beurteilen wenn sich z.B. jemand über die Pokalvergabe aufregt, denn ich habe mich noch nie für Pokale interessiert. Für mich ist so eine Veranstaltung Spaß und Zeitvertreib und genau das wurde mir heute wieder einmal geboten. Die Preise waren zumindest aus der Sicht eines „Münchners“ mehr als zivil, die Specials zahlreich und die Autos nett bis abwechslungsreich. Mir ist auch klar, dass man es als Veranstalter nie jedem recht machen kann, aber auch das doch ziemlich überwiegend positive Feedback im Web einen Tag nach der Veranstaltung gibt mir wohl recht mit meinen Beobachtungen.

Noch etwas zum Schluss
Nach den zahllosen Polizeikontrollen auf den letzten Treffen die ich im Raum München/Nürnberg besucht hatte, machte mir Deggendorf endlich mal wieder den Eindruck, dass man als Tuner nicht unter Generalverdacht steht. Ich selber habe ehrlich gesagt gar keine Polizei gesehen, weder bei Anfahrt, noch bei Abfahrt, noch bei meinem anschließenden Spaziergang in die Innenstadt. Irgendwie alles gechillt! Gut so und weiter so!

Text: Andreas Leffler
Bilder: Andreas Leffler