Flop oder Top? – Das etwas andere Messekonzept!

Am Wochenende vom 12.02. – 14.02.2016 lud die Messe Freiburg zur bereits 31. AutoMobil. Der Grund für meinen Besuch war eigentlich nicht die Messe an sich, sondern eher der Bereich um die Tuning & Sound Convention.

Ich habe im Vorfeld nach Bekanntgabe meines Trips von unzähligen Menschen den Hinweis bekommen, mir den Weg und das Benzin zu sparen, jedoch dachte ich mir, bei 1,14 € / Liter kann man den Trip nach Freiburg schon einmal auf sich nehmen. Des Weiteren hat mir einfach in den Wintermonaten das Thema “Auto” gefehlt. Also habe ich meine Sachen gepackt und mich auf den Weg gemacht.

Mein Besuch war am Freitag. Hier hatte die Messe “Langschläfer” Öffnungszeiten von 12:00 – 22:00 Uhr. Ich war um 11:00 Uhr am Gelände und musste feststellen, dass ich einer der ersten Besucher an der Messe war.

AutoMobil Freiburg

Nachdem ich mich mit meinen Freikarten der Messe an den Kontrolleuren als Presse Vertreter durchgemogelt hatte, war ich bereits um 11:20 Uhr in den Hallen der AutoMobil unterwegs. Im Eingangsbereich zur Halle 3 wurde ich gleich von Nutzfahrzeugen empfangen. Hier war ich mir bereits nicht sicher, ob ich richtig bin. Mein Weg zog mich logischerweise erstmal direkt in Halle 1 zur Tuning & Sound Convention.

Beworben wurde dieser Bereich als “imposante Tuningarea”. Beim Betreten der Halle 1 wurde ich von Lack & Airbrushkünstlern sowie deren Hotrods und Bikes empfangen. Das war alles in allem schon mal ein gutes Zeichen, nach dem langweiligen Gang durchs Foyer und den Eingangsbereich voller Pick Ups und Spinter. Die erste Kurve genommen wurde es dann aber auch wirklich etwas “Tuning”. Ein BMW M4 von VOS Performance strahlte in erster Reihe vor einem SLR Custom Bike. Der ein oder andere Chiptuner und Folien Guru nutze die Messe wohl, um im Februar etwas aus seiner Werkstatt zu kommen, denn auch hier war es relativ dürftig dekoriert und platziert. Ich bin mir jetzt nicht genau sicher, was sich die Veranstalter dieser Messe bei der Planung so gedacht haben, aber es waren exakt 3 Clubs hier. 2 Clubs mit mir völlig unbekannten Serienautos und jeweils einer BMW Flagge auf dem Boden und dann waren da noch die “G-Störten“. Diese Jungs sollte man kennen. Zumindest mal den VW Käfer (Herby Design, jedoch in braun lackiert) von Dominic Fenkart aus dem SONAX VIP Showcar Team. Eine Traverse in Form einer Pyramide, ein paar coole Bikes, 3 Autos und eine coole Chill Area luden hier wirklich zum chillen ein, was ich den Tag über auch für genau diesen Zweck nutzte.

Gegenüber der “G-Störten” dann wieder mal ein paar bekannte Gesichter aus dem Hause AUDIO SYSTEM und dann der Stand von Syron Tires. Hier platzierte sich der wohl bekannteste Drifter Deutschlands, Alex Gräff mit seinem BMW und seinem Benz. Ihm war die Freude der Messe förmlich ins Gesicht geschrieben. Er wartete aus meiner Sicht den ganzen Tag nur drauf, endlich wieder seine Show im Außenbereich driften zu dürfen, damit er wenigsten irgendwas zu tun hat. Was mir positiv aufgefallen ist, war die kleine Showbühne die mitten in der Halle stand und von SUNSHINE LIVE mit cooler Mucke unterhalten wurde. Auf dieser Eventfläche wurden unter anderem die Clubs und einige der legendären V8 BOSS HOSS Bikes vorgestellt. Mein Highlight hier war das Interview mit Joachim Scholz, besser bekannt als Jo von “Tuning Alarm“. Hier hätte sich der Moderator aber mal neue Fragen ausdenken können, denn selbst ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass Jo eigentlich kein KFZler ist, sondern gelernter Metzger. Und dann war`s das auch schon mit der Tuning & Sound Area.

Nachdem ich auf den Schock dieser Tuning Halle erst mal ein “ROCKSTAR” weggezogen habe, machte ich mich auf den Weg in die “hoffentlich” eigentlichen Hallen der AutoMobil.

Hier wurde ich beim Übergang von der Disco Kugel empfangen. Einem Smart der neuen Generation mit tausenden Spiegel Mosaik Stücken beklebt. Da musste ich schon schmunzeln, da ich dieses Auto als Smart Verkäufer bereits aus den Medien kenne. An diesem Auto vorbei, hatte ich das Gefühl, auf einer kleinen IAA zu sein. Viele neue Autos, viele Modelle und vor allem wirklich vollgestellte Flächen. Nachdem ich mich aber hier einige Minuten umgeschaut habe, musste ich feststellen, dass sich hier nicht Automobilhersteller präsentieren, sondern lediglich Autohäuser aller Marken aus der Region. Der Schwerpunkt war hier ganz klar “Neukunden Aquise”. Ich habe noch nie so viele Autoverkäufer auf einem Haufen gesehen. Alle Marken, alle Modelle – Im Prinzip ist dieses Konzept der Messe schon ziemlich geil, da Man(n) sich für 8,50 € über alle Fahrzeuge bestens informieren lassen kann. Sollte also jemand mit dem Gedanken spielen, sich ein neues Auto kaufen zu wollen, ist er hier bestens aufgehoben, weil man in wirklich wenigen Hallen alles vergleichen kann. Die Alternative hierzu wäre, jeden Tag der Woche in ein anderes Autohaus zu fahren und zu hoffen, die Vergleiche zu finden, wie man Sie hier finden könnte.

Einige Autohäuser sind mir besonders durch Ihren Standaufbau aufgefallen. In der sogenannten “Ford” Halle ist mir ein Autohaus im Gedächtnis geblieben, weil es hier in erster Linie, wie ich dachte, nicht nur ums willenlose verkaufen ging. Hier haben Azubis einen Stand betreut, wo ein alter Ford Fiesta geparkt wurde, der von Kindern bemalt werden durfte. Innen und Außen – Ohne Grenzen. Des Weiteren war hier eine Mitarbeiterin die ganze Zeit beschäftig, Kindergesichter bunt zu schminken. Wer da immer noch nicht ausgelastet war, konnte auch einfach nur Bilder malen oder mit anderen Kindern spielen.

Aber ich habe mich hier von meinen “Papa – Gefühlen” täuschen lassen, denn im Hintergrund des “Kinderlands” lauerte eine Armada an topgeschulten Verkäufern, die nur drauf gewartet haben, dich in den neuen Mustang zu ziehen um dir dann einen der neuen RS Modelle andrehen zu können. So zumindest bei mir als Testkunde. Man muss ja schauen, wie die Mitbewerber so drauf sind.

Alles in allem, wie bereits erwähnt drehte sich im Großteil der Messe alles um den Vertrieb der neuen Modellpaletten aller Hersteller. Nicht das “zeigen” stand im Focus, sondern das eiskalte verkaufen. Ein Verkäuferteam eines Autohauses für asiatische Fahrzeuge unterhielt sich beim vorbei laufen über die vom Chef geforderten Stückzahlen, die bis Sonntag erreicht werden müssen.

Ein weiteres, wichtiges Thema der Messe war das Thema “alternative Antriebe” welches aus meiner Sicht wirklich bestens platziert wurde. Egal ob Hybrid oder Electric Drive, hier war vom Smart ED bis zum i8 von BMW wirklich alles vertreten, was auf europäischen Straßen zu finden ist. Auch hier war das Personal top ausgebildet. Ich hab mal die Smart Verkäufer zum Electric Drive befragt und musste feststellen, dass ich nicht der einzige bin, der es drauf hat.

Ein weiteres, sehr spannendes Thema fand ich den Bereich der Mobilität. Hier ist mir ein Unternehmen aufgefallen, welches mit Mitarbeitern im Rollstuhl gezeigt hat, wie man sein Fahrzeug umbauen lassen kann und vor allem, wie man es sich finanziell leisten kann. Ich habe mich auch hier mit den Verkäufern unterhalten und es sind wirklich gehbehinderte Menschen, die aus Ihrer Situation heraus gemeinsam dieses Unternehmen aufgebaut haben.

Was mir natürlich neben der leider wirklich “kleinen und ausbaufähigen” Tuningarea besonders gut gefallen hat, war der Oldtimer and Classic Car Bereich in einer Halle. Hier standen Schmuckstücke wie die Isetta, eine Stingray, zahlreiche weitere Klassiker, Walter Röhrl Fahrzeuge und sogar ein alter Porsche Spyder vom Veteranen Club. Die meiste Zeit habe ich auf dem Stand eines NSU Clubs verbracht. Ich liebe einfach diese kleinen Rennsemmel.

Pünktlich um 16:15 Uhr habe ich mich dann mit einer Handvoll Messebesuchern in den Regen zur Drift Show gestellt. Basierend auf der abgesteckten Strecke, den Wetterverhältnissen und der wirklich dürftigen Besucherzahl im Außengelände, hatte ich keine große Erwartungshaltung, denn warum sollte Alex und sein Team bei Regen und vor allem für fünf Zuschauer das Material an die Grenzen bringen, wenn noch zwei Tage folgen sollten. Meine Erwartungen wurden leider zu 100% erfüllt. Es war kurz, feucht und Arschkalt. Also ging es recht schnell wieder in die Halle zu den “G-Störten”, erstmal chillen. Hier hab ich im Prinzip die Zeit bis zur ersten Runde der Misswahl abgewartet und Bilder gesichtet.

Laut Zeitplan sollten die Mädels um 18:00 Uhr auf der Bühne vorgestellt werden. Ich habe mich bereits um 17:45 Uhr direkt vor der Bühne in Pole Position platziert um auch wirklich die beste Sicht zu haben. Einige andere Medienvertreter haben ebenso den Weg zur Showbühne gefunden und sich für das Highlight des Abends bereit gemacht. Die Finalistinnen tummelten bereits um uns herum, als ich ein nettes Gespräch einer Verantwortlichen belauschen konnte, die einem wartenden Medienverträter verriet, dass es alles auf 20:30 Uhr verschoben wurde, weil die Dame, die das ganze organisiert hat, jetzt keine Lust hat zu moderieren und lieber mit den Mädchen Fotos machen möchte. Als dieses Gerücht die Runde gemacht hat, leerte sich die Halle und der Bereich vor der Bühne rasend schnell. Denn auch ich suchte dann ganz schnell das Weite.
Gerüchten zu Folge fand dann um 20:30 Uhr wie “umgeplant” die komplette Misswahl mit anschließender SUNSHINE LIVE Party statt.

AutoMobil Freiburg

Fazit zur Messe:

Wer sich für den Kauf eines Neuwagens interessiert, ist hier genau richtig. Wer Tuning sucht, braucht nicht auf die AutoMobil nach Freiburg fahren. Die Location ist gut, potential ist ausreichend da. Ein Anruf von den Verantwortlichen, und wir könnten in einer Halle eine “echte” Tuning & Sound Convention organisieren. Aber wie mir eine Insider Stimme verriet, will die Messe Freiburg in diesem Segment gar nicht weiter wachsen. Zum 30 min chillen lädt die Halle 1 in jedem Fall ein. Das Essen war lecker und die Geräuschkulisse war auch wirklich erträglich. Alles in allem will ich mir aber nicht vorstellen, wie die Messe vor 30 Jahren angefangen hat, so wie sie heute ist. Da würde so viel gehen, wenn sich ein engagiertes Team mal Gedanken machen würde.

Evtl. wird ja mein Beitrag von Messeverantwortlichen gesehen und gelesen, dann würde ich mir das Spektakel auch 2017 noch einmal anschauen und hoffen, Veränderungen feststellen zu können.

Text: Denis Phoenixx Marasciulo

Bilder: SzeneReport by Phoenixx