ap-gecheckt! Der Seat Ibiza (2016) Test!

Der Seat Ibiza ist ein richtig guter Kleinwagen, doch ich darf zugeben, dass man das zweite Facelift gar nicht auf den ersten Blick erkennt. Werfen wir also gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen, denn technisch gesehen hat sich beim neuen Seat Ibiza dann doch einiges getan.

Gefahren bin ich das Seat Ibiza Connect Sondermodell. Doch woran erkennt man das Facelift? An der Front hat man die neuen Scheinwerfer und die LED-Tagfahrleuchten. Auf der Vermisst-Liste stehen immer noch LED-Scheinwerfer, den Seat Ibiza gibt es auch weiterhin maximal nur mit Xenon-Scheinwerfer.

Unter der Motorhaube von unserem Testfahrzeug versteckt sich ein 1,0 Liter 3-Zylinder. Der kleine Benziner mit Direkteinspritzung kann 95 Pferdestärken mobilisieren. Damit schafft der kleine Seat Ibiza den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h innerhalb von 10,4 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 187 km/h. Laut NEFZ verbraucht er dabei nur 4,2 Liter, jedoch wird man den Wert nicht schaffen wenn man häufiger mal zum Überholen ansetzt bzw. den 3-Zylinder TSI in den höheren Drehzahlbereichen bewegt.

Seat Ibiza (2016)

Das von uns gefahrene Seat Ibiza Connect-Sondermodell rollt auf 16″ Felgen und hält über diese Rad-Reifen-Kombination auch den Kontakt zur Fahrbahn. Optional ziehen hier auch 17 Zöller in die Radkästen ein. Die Bezeichnung “Connect” steht aber nicht für diese Verbindung, sondern umschreibt den Umstand, dass dieser Seat Ibiza mit einigen Konnektivitäts- und Assistenzsysteme ausgestattet ist, die man sonst nicht in einem Kleinwagen erwartet.

Seat Ibiza (2016)

Im unserem Fahrzeug sind neue Assistenzsysteme wie z.B. der Müdigkeitswarner, die Multikollisionsbremse oder aber die optionale Rückfahrkamera montiert, welche zur positiven Überraschung ein wirklich klares Bild liefert.
Im Innenraum überzeugt der Seat Ibiza durch ergonomisch gut angeordnete Schalter, ein selbst erklärendes Bedienkonzept und einer guten Haptik. Besonders gut gefällt mir die Tatsache, dass das Armaturenbrett inkl. dem Touchscreen-Display für das Infotainmentsystem dem Fahrer zugewandt sind. Fahrer und Beifahrer sitzen auf bequemen Sitzen, die sogar ausreichend Seitenhalt bieten.

Seat Ibiza (2016)

Das Multifunktions-Lenkrad liegt gut in der Hand, dahinter lassen sich die Instrumente gut ablesen. Hier kann man übrigens von einem Upgrade sprechen, denn Lenkrad und Instrumente stammen vom Seat Leon. Mein Highlight? Wer sein Smartphone mit dem Infotainmentsystem verbinden möchte, freut sich über die Integration von Android Auto, Apple CarPlay oder Mirror Link, die wirklich via Plug&Play-Funktion auf anhieb funktioniert. Bei dem Connect-Sondermodell gibt es sogar ein Smartphone mitgeliefert.

Seat Ibiza (2016)

Der neue Seat Ibiza ist 4,06 Meter lang und verfügt über einen Radstand von 2,46 Meter. Vorne können ohne Probleme zwei Erwachsene sitzen, auf den hinteren Sitzplätzen sehe ich auf längeren Strecken eher Kinder. Kindersitze können montiert werden, die Fensterheber verfügen über eine Automatik mit Einklemmschutz für die kleinen Finger.

Der Seat Ibiza Fahreindruck

Klar, den 3-Zylinder unter der Haube hört man hin und wieder schon raus. Das serienmäßig verbaute Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und zeigt sich selbst bei höheren Kurvengeschwindigkeiten eher unbeeindruckt, ein sportliches Kurvenräubern ist allerdings eher nicht möglich. Dafür sollte man dann schon für nur 310 Euro das adaptive Fahrwerk “DCC” bestellen, im Sportmodus sorgt dann auch die etwas schwergängigere Lenkung für ein sportlicheres Fahrgefühl. Unter uns: Ich kenne Rennfahrer, die wünschen sich eine leichtgängige Servounterstützung, andere hingegen schwören auf eine schwergängige, es ist also wie so oft reine Geschmacksache. Mir würde der Seat Ibiza, allein schon rein optisch betrachtet, etwas tiefergelegt besser gefallen, denn da ist doch noch arg viel Platz im Radkasten, oder?

Der Kraftschluss zwischen Motor und Vorderachse übernimmt, in unserem Testfahrzeug, ein 5-Gang Getriebe, die Schaltwege sind kurz, jedoch würde dem Ibiza auch gut ein 6-Gang Getriebe stehen, die Mitbewerber aus Rüsselsheim machen es ja durchaus vor und bei der 110 PS ist ja auch beim Ibiza ein 6-Gang Getriebe angeflanscht. Wer mag kann sich den größten Benziner auch mit dem Siebengang-DSG kombinieren und ich würde sogar dazu raten, wenn das nicht den, sowieso schon nicht ganz günstigen, Preis in die Höhe treiben würde.

Bei der von mir gefahrenen 95 PS Version liegt ein maximales Drehmoment von 160 Nm an der Kurbelwelle an, wer also mal überholen möchte, muss ihn ordentlich auf Drehzahl bringen. Der Seat Ibiza verfügt über ein gutes Einlenkverhalten, allerdings mangelt es etwas an der Rückmeldung von der Fahrbahn zum Fahrer. Die Bremsen lassen sich präzise dosieren, bei unserem Seat Ibiza waren an der Vorder- sowie an der Hinterachse Bremsscheiben montiert. Diese zeigten sich im Alltag standhaft und die Verzögerungswerte waren zufriedenstellend.

Wie schlägt sich der Seat Ibiza im Alltag

Der Kofferraum vom Seat Ibiza verfügt über 292 Liter. Dieses Ladevolumen kann man durch das einfache Umlegen der Rücksitzbank auf bis zu 938 Liter vergrößern. Unter dem Laderaumboden befindet sich bei unserem Testwagen ein Notrad. Aber auch das SEAT Sound System ist hier untergebracht.

Seat Ibiza (2016)

Was kostet der neue Seat Ibiza?

Als Connect-Sondermodell würde das Fahrzeug, mit der Motor-Getriebe-Kombination 17.690 € kosten. Ich würde mir optional noch für 400 Euro das Navi-System hinzubestellen, für 180 Euro das Soundpaket, für 200 Euro DAB+, für 270 Euro die Rückfahrkamera, für 360 Euro das Winterpaket mit der Sitzheizung und für 185 Euro die elektrischen Fensterheber für hinten.
Somit komme ich aktuell auf 19.285 Euro zzgl. Zulassung und Überführung. Klar, kein Schnäppchen, vor allem nicht wenn man zum Opel Corsa Turbo mit 90 PS und 6-Gang Getriebe schielt. Der Seat Ibiza ist aber dennoch ein richtig guter Kleinwagen mit bewährter Technik, einem modernen Auftritt und einem guten Fahrverhalten. Die 95 PS reichen vollkommen aus für den Stadtverkehr, für diejenigen die etwas mehr wollen gibt es ja auch noch die 110 PS – Version oder man schielt einfach zum Seat Ibiza Cupra – der bietet dann unbestritten noch mehr Spaß hinterm Frontscheiben-Glas.

Gewindefahrwerk für den Seat Ibiza

ap Sportfahrwerke bietet für verschiedenen Seat Ibiza Modelle ein ap Gewindefahrwerk an. Los geht es ab einem Preis von 489,00 € inkl. MwSt. je nach Modell und Baujahr. Durch die Tieferlegung von bis zu 65mm im geprüften Bereich liegt der Seat noch besser und sportlicher auf der Straße was nicht bedeutet, dass der Fahrkomfort darunter leidet. In der Entwicklung achtet das Team von ap Sportfahrwerke genau auf dies – den Restkomfort. Somit macht das Fahren mit dem Seat Ibiza noch mehr Spaß. Weitere Informationen gibt es unter www.ap.de wo auch der Onlineshop zu finden ist. Das Fahrwerk für den Seat Ibiza 6J gibt es unter http://www.ap.de/ap-gewindefahrwerk-stahl-verzinkt-1.html.

Fazit:

Auf den ersten Blick kaum zu erkennen, doch der spanische Automobilbauer hat den Seat Ibiza in der Tat in vielen Punkten verbessert. Die wichtigsten Updates sind neben den sparsameren Euro-6-Aggregaten vor allem das neue Multimedia-System und die Aufwertung im Innenraum durch Lenkrad und Instrumente. Durch das Facelift wurde der Komfort und die Langstreckentauglichkeit erhöht. Aber das Mitbewerberfeld um die Gunst die Kunden ist im Kleinwagensegment hochkarätig besetzt. Als potenzielle Mitbewerber vom Seat Ibiza würde ich z.B. den Audi A1, den Ford Fiesta, den VW Polo, den Peugeot 208, den Renault Clio, den Opel Corsa, den Skoda Fabia, den Kia Rio, den Toyota Yaris, den Suzuki Swift, den Nissan Micra oder aber auch den Mazda 2 sehen. Was mir ganz klar noch fehlt sind LED-Scheinwerfer und das 6-Gang Getriebe für die 95 PS Version, ansonsten bin ich rundum zufrieden mit dem neuen Seat Ibiza, den es übrigens auch weiterhin als Seat Ibiza SC und ST gibt.

Seat Ibiza (2016)

Hier haben wir noch ein paar technische Daten zum Testfahrzeug, dem 2015 SEAT Ibiza 1.0 EcoTSI CONNECT :

Testfahrzeug 2015 SEAT Ibiza 1.0 EcoTSI CONNECT
Hersteller Seat
Bauform Kleinwagen
Motor 3 Zylinder EcoTSI (vorne quer eingebaut)
Hubraum 1.0 Liter
PS 95 PS
KW 70 KW
Antriebsart Frontantrieb
Getriebeart manuelle Schaltung
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Maximales Drehmoment 160 Nm
Beschleunigung 0 auf 100 km/h 10.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit / v/max 187 km/h
Kombinierter NEFZ-Verbrauch laut Hersteller 4.2 l/100 km
Kombinierter CO2-Ausstoss laut Hersteller 97 g/km
Kraftstoffart Benziner
Tankinhalt 45 Liter
Länge 4.06 Meter
Höhe 1.45 Meter
Breite ohne Außenspiegel 1.69 Meter
Radstand 2.47 Meter
Leergewicht 1.095 KG
zulässiges Gesamtgewicht 1.590 kg
maximale Zuladung 570 kg
Kofferraumvolumen min 292 Liter Liter
Kofferraumvolumen max 938 Liter
Basispreis 12.690 Euro
Basispreis Testwagen 17.690 Euro
Listenpreis Testwagen inkl. Sonderausstattungen ca. 21.580 Euro

*Verbrauch nach Verordnung (EG) Nr. 715/2007; CO2-Emissionen und CO2-Effizienz nach Richtlinie 1999/94/EG. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen, spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Str. 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen (www.dat.de), unentgeltlich erhältlich ist.

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emmissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen‑/Rädersatz.

Die in dieser Darstellung gezeigten Fahrzeuge können in einzelnen Details vom aktuellen deutschen Lieferprogramm abweichen. Abgebildet sind teilweise Sonderausstattungen gegen Mehrpreis.

Die angegebenen Werte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs hängen nicht nur von der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren (z. B. Umgebungsbedingungen) beeinflusst.

Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifen usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z. B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik, verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen die Verbrauchs- und Fahrleistungswerte beeinflussen.

Autor und Bilder: Jens Stratmann