END OF SEASON 2015 – AUF NACH DEGGENDORF

Der NightStreetRacer e.V. hatte am 10.10.2015 zum Saisonende nach Deggendorf geladen. Ehrlich gesagt habe ich schon ein bisschen überlegt ob ich hinfahren soll. Fast 180 Kilometer und dann immer dieses unschlüssige Wetter in letzter Zeit. Bei uns hing am frühen Morgen der Nebel noch so dick in den Bäumen, dass man keine zehn Meter sehen konnte. Andererseits, endlich nochmals ein Treffen, welches schon um 9 Uhr morgens beginnt, das heißt Tageslicht für eine Menge schöner Fotos und vielleicht ja auch ein paar neue Autos.

Da ich ja doch meistens im Raum München/Augsburg unterwegs bin verpasst man ja sicher den einen oder anderen Wagen, der eben nur an anderen Orten gesichtet wird. Außerdem sollte ein Teil des Geldes für die Aktion Knochenmark gespendet werden und gute Gesten soll man ja auch stets würdigen. Also was soll`s, Kamera und Freundin einpacken und auf nach Osten.

Ohne Stau, Unfälle und große Baustellen ging es schneller als vermutet und nach diesem guten Omen, blieb uns das Glück auch weiterhin treu. Zunächst einmal war der Veranstaltungsort gut gewählt und direkt an der Donaupromenade. Das bedeutet genau so viel Abgeschiedenheit wie man braucht und dazu noch eine schöne Gegend. Auch die Logistik war stimmig und alles war professionell organisiert. Ein großer öffentlicher Toilettenkomplex befand sich direkt nebenan. Vor Ort gab es Kaffee, Kuchen, Wurstsemmeln, Getränke und sogar ein Hähnchenwagen war da. Damit man das alles in Ruhe genießen konnte, wurde zwischen den Buden ein kleiner Biergarten mit ausreichend Sitzgelegenheiten eingerichtet. Nachdem sich auch das Wetter hier von einer deutlichen besseren Seite zeigte als bei uns stand einem erfolgreichen Treffen auch nichts mehr im Wege und wir konnten uns endlich auf die Autos stürzen.

Zunächst einmal fiel auf, dass es eine große Dominanz deutscher Fabrikate gab. Dazu kamen auffallend viele gute Innenausbauten, tolle Motorräume und natürlich eine Menge HiFi. Da ich ja langsam auch nicht mehr der Jüngste bin freute ich mich besonders über die zahlreichen Klassiker der 70er und 80er Jahre. Eine ganze Reihe BMW aus dieser Zeit, vor allem auch die beiden 6er, damals für mich unbezahlbare Traumautos, ein Manta GSI (hatte ich auch mal), ein Käfer und jede Menge VW`s, Audis, Opels und Fords aller Baujahre. Ebenfalls bemerkenswert, zwei Jaguar waren auch dabei, ein XJ und ein X-Type. Englische Raubkatzen habe ich schon lange auf keinem Treffen mehr gesehen.

Die Japanecke fiel im Vergleich zu den deutschen Kollegen ein bisschen schmal aus. Dennoch fand ich einen sehr hübsch gemachten Lancer mit einem extrem japanischem Motorraum, einen S2000 der ohne Probleme auch im nächsten Fast & Furious Film mitspielen könnte und einen Civic mit 330 PS, der sich, wie es der Zufall will, auch für die AP Herbstausfahrt angemeldet hatte. Gerade als ich mit den Besitzern also über den Civic philosophierte kamen die Ratten angefahren. Für die beste Ratte gab es ja auch einen Pokal, ebenso wie in den Kategorien Top 25, weiteste Anreise, größter Club, geringste Leistung und ältestes Auto. Apropos ältestes Auto. Ich denke nicht dass es das älteste Auto war, aber der alte kleine Fiat der im wesentlichen nur aus Batterien und einer gigantischen Soundanlage bestand hatte durchaus auch Kultcharakter!

Am Ende muss ich sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Ich fand das ganze Event hat von A-Z einen schönen und professionellen Eindruck gemacht. Es gab alles was man brauchte, das Areal war gut gewählt, die Autos waren interessant, die Stimmung war gut und für den Gewinner der DB Messung wurde sogar noch eine 150 Euro Endstufe von ARS ausgelobt. Also Hut ab und ich muss abschließend sagen, ich bin froh, dass ich doch noch hingefahren bin. Das war definitiv eine gute Entscheidung.

Bilder: Andreas Leffler

Bericht: Andreas Leffler