Streetculture goes Augsburg

Über 150.000 Besucher im Jahr 2014. Wer kann das schon von sich behaupten? Streetculture – Das Tuning Szene Portal hat sich über die Jahre von einem kleinen Tankstellentreffen zu einem gigantischen Event entwickelt. Im Moment gibt es Streetculture Veranstaltungen in München-Aschheim, Schweinfurt und seit diesem Wochenende auch in Augsburg. Letztere haben wir am vergangenen Samstag (26.09.2015) einmal für euch besucht.

Offizielle Öffnungszeit: 21.00 Uhr. Doch knapp 5000 Anmeldungen auf Facebook und Diskussionen von Gruppen, die schon um 19 Uhr los fahren wollen, machen auch uns etwas nervös. Um nicht zu viel „Parkraum“ wegzunehmen quetschen wir uns zu viert in den Mustang von einem Kollegen und kommen so ca. um 20.30 am Unteren-Talweg beim XXXL Lutz in Augsburg an. Was uns erwartet ist ein dezenter Vorgeschmack auf die Dinge die da kommen mögen. Alles ist voll mit Tuning-Fahrzeugen aller Arten, aller Länder und aller Baujahre und wenn ich alles sage meine ich alles. Das Herz des Tunings soweit das Auge reicht.

Als die Ordner kurz nach 20.30 Uhr die Pforten öffnen geht die Ableitung der Wartenden dann zum Glück einigermaßen zügig und keine fünf Minuten später sind auch wir drin und parken in einem abgelegener Eckchen, schließlich sind wir ja nicht gekommen um Pokale zu sammeln, sondern um einen Bericht zu schreiben, tolle Fotos zu schießen, alte Freunde zu treffen und viele Autos zu sehen. Apropos Pokale: Zur Eröffnung in Augsburg wartet Streetculture mit allerlei Rahmenprogramm auf. Die Gäste können Stimmzettel ausfüllen und alle anwesenden Autos können gewählt werden. Am Ende werden 30 Pokale vergeben und Audi, Opel und VW werden ganz oben auf dem Treppchen stehen.

Dazu gibt es einen sexy Fotoshoot und ein sexy Carwash sowie ein paar Händler und „Gott sei Dank“ auch ein paar Essstände, denn wir haben vergessen Abend zu essen. Das „pulled Pork“ ist nicht gerade ein Sonderangebot aber sehr lecker und macht uns fit für die gefühlten 20 Runden über das riesige Gelände, die nun vor uns liegen.

Kommen wir aber zu den Autos: Ein Lamborghini parkt gerade ein Stückchen weiter ein, während ein Ferrari, ein Hummer H2 und eine neue Corvette die Einfahrt herunter rollen. Opel, VW, Audi, Mercedes und BMW sind traditionell sowieso stark vertreten. Hier ein laut böllender CLS, da ein paar wirklich schön gemachte alte Kadetts. In den Japanecken finden u.a. wir nicht nur einige Mazda MPS, ein paar Silvias, eine Handvoll 350 und 370 Z`s von Nissan, sondern auch einen Evo, mehrere STI`s und einen Skyline GTR. Wer auf Muskeln aus den USA steht wird natürlich auch fündig. Denn wir sind offensichtlich nicht die Einzigen die mit einem Mustang da sind und da wären ja auch noch die Challenger, Charger, Camaros und ein paar Oldtimer aus den goldenen Musclecar Zeiten. Ein DeLorean, schimmert silbrig im Zwielicht, als wenn er gerade aus der Zukunft zurück gekommen wäre. Eine Menschentraube sammelt sich um einen ziemlich originalgetreuen Kitt mit perfektem Interieur. Alles in allem gibt es wirklich deutlich mehr zu sehen als man aufzählen kann, zumal sich bei jeder unserer Runden wieder etwas geändert hat. Man möge mir also alle Länder und Hersteller die ich nicht erwähnt habe nachsehen. Belassen wir es einfach bei der Aussage – es ist wirklich für jeden etwas dabei!

Ferngesteuerte Drifter rasen über den Asphalt, ein Nachwuchstuner hat von seinem Papa ein „getuntes“ Kinder-E-Auto bekommen, natürlich mit Unterbodenbeleuchtung, dumpfe Bässe wummern durch die Nacht und auf der Bühne tanzen die Mädels.

In kurzen Worten ist die heutige Nacht für mich wirklich ein extrem gelungenes Tuningevent der Sonderklasse gewesen. Natürlich ist es so, dass alleine bei der Anfahrt von hunderten oder tausenden Autos nicht immer alles reibungslos vonstattengeht, aber das ist ja bei der Fahrt in den Italienurlaub zu Beginn der Sommerferien oder einem Großkonzert im Olympiastadium auch nicht anders, oder? Die Einfahrtsgebühr von 5 Euro pro Person/Auto geht für mich völlig in Ordnung weil es einfach ein geiles Event ist und weil man auch mal „danke“ sagen muss, dass es Leute gibt, die so etwas überhaupt organisieren. Abgesehen davon, haben wir uns mal überlegt wie es zeitgleich am Münchner Oktoberfest zugehen wird. Auf Streetculture trinkt keiner Alkohol, keiner lässt die Fäuste fliegen, keiner verteilt seine Mageninhalt quer über den Fussboden. Vielleicht sollte man das Thema Tuning auch an oberer Stelle einmal mit anderen und wohlwollenderen Augen betrachten?! In jedem Fall sind wir gespannt was 2016 bringen wird, zumal ich gehört haben, dass sich in Regensburg etwas neues und noch größeres anbahnen soll.

Bilder: Andreas Leffler

Text: Andreas Leffler