Hifonics Season Final 2015 – der Endgegner

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Warum denn “Endgegner”, fragt ihr euch jetzt sicher. Dieses eine Wort hat zwei Gründe. Zum einen, weil es das große Tuningszene Finale des Jahres ist und zum anderen, weil mein lieber Auftraggeber “ap Sportfahrwerke” mich genötigt hat, ein Bericht über unser eigenes Treffen zu schreiben. Wie soll man denn objektiv ein Treffen bewerten, dass man selbst mit seinem Team organisiert und umsetzt? Sehr schwer, wie ich finde, deshalb der Endgegner zum Saison Finale (obwohl es ja am Wochenende für mich schon wieder nach England aufs Treffen geht).

Ich werde mich der Herausforderung stellen, und versuchen aus verschiedenen Blickwinkeln dieses Event und die Location zu beschreiben. Generell ist es wie bei allem im Leben, der Erfolg steht im Vordergrund. Man braucht eine Idee. Wir haben vor vielen Jahren mal ganz klein, mit knappen 600 Autos auf genau diesem Gelände angefangen. Wir hatten Panik, weil wir nicht wussten, was auf uns zukommt. Das erste Mal weg vom “illegalen” Aldi Parkplatz Treffen am Freitagabend. Das erste Mal die Idee, ein offizielles Tuningtreffen zu machen, mit allem was dazu gehört. Das Gelände um den Real in Karlsruhe Durlach wurde zu unserem Wohnzimmer, ja fast schon Spielzimmer. Heute, nach knapp sechs Jahren kennen wir dieses Gelände besser, wie kein anderer. Gut, der Haustechniker vielleicht, aber das war es dann auch schon.
2013 wandten wir dem Real aber erst einmal den Rücken zu und wagten den Schritt an die Messe in Karlsruhe. Wir merkten aber schnell, dass es so nicht weiter gehen kann. Man(n) sollte ja schließlich nie vergessen, wo man seine Ursprünge hat, und unsere sind eben am Real in Karlsruhe. Also haben wir uns 2015 wieder für das Gelände entschieden. Im Mai zelebrierten wir mit mehr als 1350 Fahrzeugen und über 2500 Besuchern eine sensationelle Tuning Night, die wegen des hohen Ansturms an Besuchern bereits 3 Stunden früher ihre Tore öffnen musste, weil es einen kilometerlangen Stau bis zur Autobahn gegeben hat. Das alles waren Beweggründe für uns, ein Season Final in unserem Wohnzimmer zu statuieren. Nach dem das Datum offiziell in den sozialen Netzwerken die Runde machte, schnellten die Zusagen auch recht schnell in den vierstelligen Bereich. Nach bereits 24 Stunden waren die ersten 1000 Zusagen im Sack. Ein Grund mehr, sich nun ernsthafte Gedanken über dieses Eventformat zu machen. Eigentlich sollte dies eine kleine Nummer zum Abschied des Jahres werden.

Die Zusagen wurden stätig mehr, das Gelände wuchs aber leider nicht mit. Bei über 2600 Zusagen und einer verfügbaren Fläche für maximal 1600 Fahrzeuge, könnte man da in der Planung schon etwas ins Schwitzen kommen.
Nach einer für uns inzwischen entspannten Planungsphase war es dann endlich soweit. Nachdem Bühne, Carwash Girls, Catering und Co organisiert waren, fanden wir uns mal wieder am heiligen Sonntag zu unmenschlichsten Zeiten am Gelände ein, um alles final für den Ansturm vorzubereiten. Jedoch war allen recht schnell klar, dass es heute wohl nicht ganz so überragend werden würde, wie wir es uns für unsere Besucher wünschen würden. Das Wetter hatte einfach irgendwie keine Lust. Dennoch waren die ersten Besucher schon bereits um kurz nach sieben Uhr am Eingang versammelt, weil Sie wohl Panik hatten, nicht mehr ins heiß begehrte Parkhaus zu kommen, wenn sie zu spät einrollen. Wir haben mit unserem Team das Gelände soweit Startklar präpariert und die Tore um halb neun geöffnet.

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Zu diesem Zeitpunkt war die Schlange bereits mehrere hundert Meter lang und musste zügig von unseren netten Mädels abgefertigt werden. Am Eingang hat sich neben dem Kassenteam auch unser Partner ROCKSTAR ENERGY eingefunden, der JEDEM Besucher zur Begrüßung erst einmal einen erfrischenden Energydrink überreicht hat.

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Somit war die Stimmung gleich mal positiv gestimmt bei unseren Ankömmlingen.
Die Fahrzeuge nahmen ihre Plätze ein, die ersten 350 Edelmetalle fuhren ins Parkhaus und die ersten “harten Männer” frühstückten erst einmal eine Currywurst um neun Uhr. Nachdem sich auch langsam der Platz mit Autos füllte, durfte ich feststellen, dass verhältnismäßig sehr viele Clubs zu Besuch waren, was mich sehr gefreut hat. Das zeigt, dass wir mit unseren Konzepten nicht nur einzelne Pokalgeier ansprechen, sondern sich auch viele Clubs bei uns wohl fühlen.

Und die Clubs sind es, die die Szene zusammen halten, nicht die einsamen Ritter auf ihren Santander Kisten, die unsere “heile” Tuningwelt verändern wollen. Nachdem ich von der Parkhaus Front genötigt wurde, einen Jacky Cola zu frühstücken, kam ich dann auch allmählich in Stimmung meiner eigentlichen Tätigkeit als “Entertainer” und “Dummbabbler” nachzukommen. Erste Fragen gingen ein, wann wir denn endlich gemeinsam Stimmung machen würden?!

Wir drehten die Boxen auf, legten ordentliche Musik ein und fingen an, erste Geschenke zu verteilen. Dank “ap Sportfahrwerke” konnten wir zum wiederholten Mal auf das Thema “Sicherheit im (beim) Verkehr“ eingehen, und konnten die Besucher mit zahlreichen ap Warnwesten und Kondomen versorgen. Ich muss sagen, die Nachfrage nach den Gummis war deutlich höher, als die von den Westen. Lag wahrscheinlich an meinem Werbespruch: “Hardcore Terrain approved by ap and me “. Fakt ist, wir brauchen mehr Kondome. Als dann noch die Feuerzeuge von Livestrip.com über die FSK 18 Theke gingen, war der Zeitpunkt perfekt, die Carwash Mädls aus Ihrem Käfig zu lassen. Wie wir es gewohnt sind, schnappen sie sich ein Opfer aus dem Publikum, ziehen ihm das Shirt aus und machen ihn einfach mal komplett fertig. Er kann im Prinzip froh sein wenn er seine Unterhose noch anbehalten darf. Des Weiteren muss er mit massiven Peitschenhieben seines eigenen Gürtels rechnen.

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Ich glaube, für das Opfer ist das nicht so gut anzusehen, wie für die gefühlten 300 Zuschauer bei der ersten Runde des Cat Fights. Unmittelbar nach der Vorstellung unserer beiden “halbnackten” und dem armen Opfer, bat ich das Publikum doch noch kurz vor der Bühne stehen zu bleiben. Ich habe zusammen mit Max eine Überraschung vorbereitet. Im Prinzip hab ich gar nichts gemacht, sondern nur meine Bühne zur Verfügung gestellt, auf der Max dann gleich seine Show abziehen sollte. Nein, er ist kein mieser Feuerspucker, Stripper oder Breakdancer. Er will seiner herzallerliebsten einen Heiratsantrag machen. Ich holte ihn auf die Bühne, verarschte mit ein paar coolen Sprüchen das Publikum und seine Perle, die ja alle nicht wussten was gleich passieren würde, und überreichte ihm nach ein wenig dumm gebabbel das Mikro. Ich habe niemals einen Menschen zuvor mehr zittern sehen, als Max in diesem Moment. Ich nötigte ihn, meinen Jacky Becher leer zu trinken, denn sonst würde das in die Hose gehen. Gesagt, getrunken. Seine “noch” Freundin dachte jetzt wohl, dass er was singen will. Nix da. Mäuschen also auf die Bühne geholt und ich mich dezent aus dem Staub gemacht. Bass-T legte romantische Mukke ein und Max viel auf die Knie…Das war nicht der erste, aber einer der tollsten Heiratsanträge, die wir auf unseren Bühnen je hatten. Das Publikum drehte mal kurz den Gashahn in Form von einem fetten Gejubel auf, als sie alle merkten, was da jetzt gerade passiert. Max machte einen tollen Job und seine zukünftige bejahte seine Frage nach ewiger Gemeinsamkeit.  Es war ein toller Moment. Wir überreichten ihr noch einen tollen Blumenstrauß und die Party ging weiter. Ein weiterer Augenschmaus an diesem Tag war das offizielle “ap Girl“ – Sarai Kuhrt, die sich völlig Undercover mit ihrem Liebsten unters Volk mischte. Hoffe, sie hat nur gutes erzählt.

Für unsere kleinen Gäste hielten wir 100 rote Luftballons bereit, die wir auf Wunsch mit Helium gefüllt und verteilt haben. Auch hier erlebte ich mein absolut persönliches Highlight. Ein Flüchtlingskind hat sich mit seiner Familie vom gegenüberliegenden Erstaufnahmelager zu uns getraut und starrte die ganze Zeit auf die Luftballons, die im grauen Himmel verschwanden. Ich habe die Situation erkannt und ihm auch einen gegeben. Er konnte nicht genug von ihnen bekommen, sodass wir ihm sicherlich 30 Ballons abgefüllt haben und gemeinsam mit ihm in den Himmel verabschiedet haben. Dieses Strahlen in seinen ängstlichen Augen hat uns mal wieder gezeigt, wie leicht man “anderen” Menschen eine Freude machen kann. Ich bin davon überzeugt, dass er diese Momente genauso genossen hat, wie wir. Nachdem wir ihm und seiner Familie noch kostenlosen Verzehr bei unserem Cateringstand angeboten haben, haben wir Sie auch schon wieder aus den Augen verloren. In meinem Sinn bleibt der kleine Junge aus Ungarn aber noch eine ganze Weile.

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Zurück zu glänzendem Chrome und tiefergelegten Edelkarossen. Unsere Bewerter hatten an diesem Tag mehr Fahrzeuge vor der Bewerterlinse, wie an unserem Mainevent, den ROCKFORD FOSGATE TUNINGDAYS, was eine Selektion der besten 35 Fahrzeuge wirklich nicht leicht machte. Neben den “langweiligen” 3F- Tuningklassikern der Saison gab es wirklich eine sehr hohe Anzahl, qualitativ hochwertiger Showfahrzeuge aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz. Die weiteste Anreise ging, wie auch schon bei der Custom Rider Tuningshow, an unseren Besucher aus Rumänien, der 2020km angereist war, um sich gemeinsam mit uns und seinem Dacia “Lowgan” in den wahrscheinlich kaltwerdenden Schrauber-Winter zu verabschieden.

Selbst Tuninggrößen, deren Fahrzeuge bereits Teilzerlegt in der Werkstatt stehen, kamen als Beifahrer, weil sie sich bei uns einfach wohlfühlen. Wir sind nicht nur Schrauber, wir sind eine Familie. Für manche sogar mehr als Familie, wie die Tuner im eigenen Land, so bspw. ein Zitat von Freunden aus der Schweiz, die uns inzwischen jedes Jahr und seit vielen Jahren besuchen.

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Ich habe mir, wie an den Bildern unschwer zu erkennen ist, auch mal die Kamera geschnappt und die Bühne verlassen. Das ein oder andere Super Special konnte ich vor die Linse bekommen. PP-Performance kam mit einem BMW M4 von Harmann, den sie selbst auf über 600 PS optimierten, um mit ihm das legendäre “MODBALL” Rennen zu gewinnen. MODBALL ist eine andere Rallye Variante, gleichzustellen mit dem bekannten GUMBALL, jedoch noch etwas größer und einmal quer durch Europa.

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Auf meiner Suche nach einem weiteren Leckerli des Tages stand ich plötzlich vor einem weiteren BMW. Codewort: Liberty Walk. Ein Trend aus den USA, den ich persönlich so mega geil finde, dass ich mir das evtl. als letzte Tuning Instanz für mein Safetycar noch irgendwann gönnen werde. Angenietete Verbreiterungen der Extra Klasse. Optisch der absolute Wahnsinn. Schwarzes Auto, goldene Felgen und das Ganze dann in Zahlen verpackt klingt so: Eine 13,5 Zoll breite Felge auf der Hinterachse mit einer Einpresstiefe von -50 auf einem 325er Schlappen. Mehr brauch ich dazu nicht sagen. Umso Größer war meine Freude als dieses Fahrzeug dann zur Pokalvergabe vorfuhr.

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Dank unserer kleinen, aber feinen Händlermeile hatten wir immer wieder mal was zu verschenken. Microfasertücher von der Firma “Refresh your Car” waren genauso beliebt, wie kostenloses Shirts und Aufkleber aus dem Hause “world-of-sticker”, der auch unser Team zum wiederholten Male mit Arbeitskleidung ausgestattet hatte.

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Im Großen und Ganzen war es ein toller Tag, mit wetterbedingten Startschwierigkeiten. Jedoch ist es eines der ersten Treffen in unserer Geschichte als Veranstalter, wo wir uns im Nachgang nicht mit sinnlosem Shitstorm im Facebook rumärgern müssen. Den 720 Fahrzeugführern und knapp 1500 Besuchern scheint es nach ersten Erkenntnissen wirklich gut gefallen zu haben. Zitate wie: “Lieber im kleinen Kreise der Familie feiern” laufen eben runter wie Öl.
Wir haben nach der Veranstaltung wirklich viel Lob von ihnen für die geniale Saison und unsere Arbeit bekommen, die wir mit viel Herzblut in diese Szene stecken. Aber dieser Lob gebührt nicht uns, sondern eigentlich allen Besuchern, Partnern und Sponsoren, die uns schon jahrelang auf unserem Weg unterstützen und an unserer Seite sind. Wir hoffen auf noch viele weitere geile Events mit unsere Szene und Freunden und freuen uns nun auch auf die wohlverdiente Winterpause, die wir damit verbringen werden, die Bewerbungs- und Reservierungsphasen für die ROCKFORD FOSGATE TUNINGDAYS einzuleiten und diverse neue Ideen umzusetzen.

Aktuell können wir auch schon Daten unserer nächsten Events bekannt geben. Am Pfingstwochenende findet wieder unsere Tuning Night statt. Diesmal unter dem Schirm von HIFONICS, die die Nacht an diesem Wochenende  “Blau” erstrahlen lassen wird. Des Weiteren dann unser Mainevent am 09-10.07.2016 in der Messe Karlsruhe, wo wir jetzt auch schon verraten können, dass es eine etwas intensivere, längere Aftershow Party geben wird.

Ich für meinen Teil bin noch lange nicht durch, was die Saison angeht, denn am kommenden Wochenende geht es auf die 1000 km entfernte Rennstrecke in Santa Pod, wo Englands größtes BMW Treffen stattfindet. Dort fahren wir in einer kleinen Gruppe ausgesuchter Fahrzeugen hin. Die Kamera und den Notizblock natürlich im Anschlag. Danach geht es auf die 100 % Tuning in Rotterdam und im Anschluss auf die SEMA nach Las Vegas. Alles im Auftrag des Herrn „ap Sportfahrwerke“. Mein ganz persönliches Season Final werde ich dann mit der Produktionsfirma “GalaxyStarsProduction” aus Mannheim auf der Motorshow in Essen feiern. Dort werde ich erstmals mit einem Kamerateam durch die Messehallen schländern und versuchen euch mal vor der Kamera einen Einblick in die Welt des Tunings, der neuen Teile und Highlights der Szene zu vermitteln. Auch hier habe ich natürlich ganz besondere Specials geplant. Also nicht abschalten, sondern auf dem Sender bleiben. ap wird im Blog darüber berichten.
In diesem Sinne, stay tuned, euer Phoenixx von der Tuningfront

Bilder: Denis Pheonixx Marasciulo / Pokalvergabe Bilder von Robin Schöler

Text: Denis Phoenixx Marasciulo