Strategie: Regenreifen – Fazit : Fehlentscheidung!

Zum bereits 8. Mal in Folge luden die Herren Denis Eisenrauch ( Pneuhage ) und Christian Effinger ( Lederart ) in den immer kalten und feuchten Schwarzwald zum Pneuhage Tuningday in Schramberg / Sulgen.
Die Anfahr- Taktik war mir die vergangenen Tage schon klar…Regenreifen, da es im Schwarzwald bisher “fast” immer nass war. Die Vorfreude auf dieses Event war bereits wochenlang schon wirklich groß, weil das Event aus meiner Sicht im Prinzip wirklich zu den qualitativ hochwertigeren Treffen gehört. Das Event begann für mich wieder um 5.00 Uhr, als der Wecker mich am heiligen Sonntag zu unmenschlichsten Zeiten aus dem Bett pfeifte. Angezogen, die Kauleiste poliert und zwei Dosen Enegrydrink in den Kopf gejagt, ging es auch schon auf direktem Wege zur Garage, um das weiße Biest wieder freilassen…Erste idyllische Stimmung kam nach Verlassen der Autobahn auf, als es durch die kurvenreichen Straßen der vernebelten Landschaft ging. Hier musste man sich trotz der feuchten Witterungsverhältnisse der Straße wirklich sehr beherrschen, die Kurven nicht alle quer zu nehmen, was aber nicht immer leicht war, da es wirklich einige Haarnadel Elemente im Schwarzwald gibt.

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Endlich in Sulgen angekommen, wurde ich wirklich freundlich vom Eingangsteam in Empfang genommen. Eine klare Ansage zum Stellplatz folgte sofort nach Übergabe einer nett gepackten Tüte mit tollen Überraschungen und ausnahmweise sinnvollen Dingen wie einer Tasse, einem Feuerzeug und Fahrzeug- Pflegemitteln eines Eventsponsors.
Das Einweiserteam gab mir komplett freie Hand bei der Parkplatzwahl, sodass ich mir einen TOP Platz aussuchen konnte. Dieses Privileg war aber bei dem kommenden Andrang nicht von langer Dauer .Also schnell aufgebaut, Auto geputzt und die Kamera geschnappt…Die Tour begann logischerweise am Eingangsbereich, wo sich die erste, lang anhaltende Schlange gebildet hat. Fahrzeuge aus allen Klassen und Kategorien fanden sich hier ein. Ein “ins Schwitzen kommen” konnte man dem Gesichtsausdruck der Eingangsmädels jedoch nicht entnehmen, denn es sah alles sehr routiniert aus…Trotz den wirklich miesen 8 Grad Aussentemeratur im Schwarzwald meisterten Sie diesen Job aber aus meiner Sicht wunderbar .

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Ab gings nun in die sogenannte VIP Area der Veranstaltung, wo sich die “Creme de la creme” der Szene platzieren durfte. Bekannte Fahrzeuge von Messen und Event wie bspw. der ETS und Co fanden hier Ihren Platz rund um die Räumlichkeiten der Firma Pneuhage. Diverse Felgen- und Fahrzeugzubehörfirmen sowie die “Kaffe & Kuchen” Abteilung fanden sich im Werkstattbereich des Hauses ein, wo man unter anderem auch einen kostenlosen Cocktail eines Reifenherstellers zu sich nehmen konnte. Die Auswahl an Essen und Getränken war im Grunde sehr gut, jedoch ging durch den Andrang der vielen Besucher sehr schnell das ein oder andere aus.
Direkt gegenüber der Fressmeile stand der Showtruck mit den heiß begehrten, selbst gebauten und wirklich einzigartigen Pokalen, von welchen wirklich jeder einen haben wollte…Eines muss man den Jungs aus Schramberg aber lassen…Durch die Zusammenarbeit mit Christian (Lederart) zaubern Sie immer wieder wirklich geile Unikate, die sich in jedem Pokalregal gut machen würden. Ein ca. 2,1 kg schwerer, gepulverter Stahlring kombiniert mit einem gelasterten Lederinlay auf einem geilen Holzsockel sollten gegen Nachmittag als Pokal an die Besten der Besten übergeben werden…

Die Tour ging weiter durch das komplett abgesperrte Industriegebiet rund um die  Max-Planck-Straße. Nach wenigen Stunden war klar, heute regnet es warscheinlich nicht mehr, sodass auch die letzten Schlafmützen den Weg nach Schramberg suchten und erfolgreich fanden. Ich denke, dass gegen ca. 14:30 das Treffen seinen Besucherhöhepunkt erreicht hat. Laut Aussagen der Veranstalter fanden sich ca. 3000 Besucher und 700 Fahrzeuge am vergangenen Wochenende auf dem Pneuhage Tuningday ein. Ich kann diese Anzahl der Besucher und Fahrzeuge auf jeden Fall unterschreiben, denn ich war an Orten und Seitenstrassen, welche in der Vergangenheit noch nicht beparkt waren. Und Sie standen wirklich überall…Die Qualität der Fahrzeuge ist Dank eines Pflegemittel- Sponsors der sich die leckerste Fahrzeuge der Szene ins Team geholt hat, wirklich sehr hoch in Schramberg, was dieses Treffen aus meiner Sicht sehr beliebt und auch erfolgreich macht. Jedoch sind Stimmen laut geworden, dass immer die gleichen Autos im VIP stehen und ebenso auch immer gewinnen…Interne Schiebung? Absolutes Veto meinerseits, denn jeder hat die Chance, ein gutes Auto zu bauen und sich eben mit den Besten zu messen. Es kann nur leider keine Serienkiste zur Pokalvergabe vorfahren, wenn es nur 33 Pokale gibt, aber mind. 60 Autos, die einen verdient hätten. Die Motzer und Hater gibt es immer wieder und überall, aber nach einigen Gesprächen mit Besuchern kann ich versichern, denen hat es allen gefallen.

Was mir grundsätzlich sehr positiv aufgefallen ist, dass die klassichen Probleme eines markenoffenen Events nur bedingt aufgetreten sind. Hier und da mal eine laute Anlage…Ein Auspuffknaller oder der ein oder andere Idiot, der sich mit einem Burnout vom Gelände verabschieden musste…Das alles war echt im Rahmen, und ging demnach auch nicht zwingend auf die Nerven. Wobei man auch fast immer feststellen konnte, das diese Hampelmänner gefühlt alle eine besondere Beziehung zur Santander Bank haben.

Was ich auch auf jeden Fall positiv feststellen konnte, es haben unglaubliche viele Leute über Facebook und Co mitbekommen, dass ich nun im Auftrag für “ap Sportfahrwerke” auf Treffen unterwegs bin, Bilder mache und Berichte schreibe. Sie freuen sich, dass es endlich mal eine greifbare Person der Szene macht, den man kennt oder kennenlernen kann. Das war echt ein cooles Gefühl und hat mich in dem was wir gemeinsam mit ap tun, sehr bestätigt und bestärkt.

Aber zurück zum Event. Nach einem ausgiebigen “Schupfnudel” Mittagessen vom Imbisswagen, was ich etwas teuer fand, und einer weiteren Dose Energydrink habe ich mich wieder unters Volk gemischt um mal nach aktuellen Trends und Co zu suchen, welche evtl. bisher an mir vorbei gegangen sind.  Jedoch musste ich, wie auch in Hessen, schon wieder feststellen, dass Tuning leider heute etwas anders interpretiert wird, wie ich es mir wünschen würde. Die breite Masse der Besucher verfolgte einen Trend…Kaufe oder finanziere dir ein Auto, suche dir einen guten Folierer ( oder teilweise auch einen weniger Guten ), kauf dir einen Satz “teuere” Felgen, die im Moment jeder hat und knall die Kiste auf die Fresse, im besten Fall mit Luft..Dann bist du ganz oben in der Szene angekommen…Da ist die traurige Wahrheit, die immer mehr Anhänger findet. Eine klassische Veredelung von A – Z findet man einfach immer seltener. Dennoch hab ich unzählige tolle Fahrzeuge gesehen, die noch dem klassichen “oldschool Tuning Trend” angehören. Kaufe dein Auto, zerlege es, und baue es von Grund neu auf…Vergolde oder vercrome jede Schraube, lass einen Airbrushkünstler oder guten Lackierer Hand anlegen, optimiere das Fahrverhalten mit einen guten Fahrwerk, lass einen Sattler sich im Innenraum austoben und so weiter…Einfach Tuning, wie man es kennt. Woran diese neuen Trends liegen, weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass sich die Autos bald alle kaputt geschliffen haben, und der alte, wahre Kern übrig bleibt und der “echte” Trend wieder dominiert.

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Glücklicherweise hatte ich den Eindruck, dass die Bewerter das ähnlich gesehen haben, denn was bei den Top 33 alles vorgefahren ist, waren größtenteils noch echte Tuner…Ein Battle der Extraklasse wurde zwischen Andy Heyd und Dennis Schmidt entschieden. Dennis, mit seinem Golf 1 Cabrio konnte sich den Titel ” Best of VIP – by tuningsuche.de” sichern, wobei sich Andy Heyd mit seinem Sierra Deluxe den Titel “Simply the Best” unter den Nagel reissen konnte !

Die Bewerter machten alles in allem einen wirklich genialen Job und hatten es sicher nicht immer einfach, denn einerseits musst du dir die ganze Lebensgeschichte eines “fast” serienmäßigen Autos anhören, aber auch genauso das gemotze der Showcar Besitzer reinziehen, deren Autos bereits szenebekannt sind. Denn hier bedarf es oft keiner Erzählungen, weil in der Regel alles bereits bekannt ist. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen, das alles ordenlich zu machen, was hier aus meiner Sicht auch umgesetzt wurde.

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Ein Pokal, welchen ich gerne mit nach Hause genommen hätte, war der Pokal für den größten Club. WIR sind früher teilweise mit über 30 Fahrzeugen auf Treffen gefahren. Das war einfach geil, diese Gemeinschaft hinter sich stehen zu haben. Heute leider nur noch schwer möglich. ABER ein Club hat es geschafft. Die Tuningfreunde Rottweil haben mit 20 Fahrzeugen wohl verdient diesen geilen Pokal vom “Iron Man” überreicht bekommen und mit nach Hause nehmen dürfen.
Besonderes Augenmerk wurde bei diesem Event aber auch auf die teilweise aufwendig veredelten Innenräume mancher Fahrzeuge gelegt, was sicherlich damit zu tun hat, dass einer der Veranstalter hauptberuflich auch Sattler ist. Ich habe mal versucht, das ein oder andere in Bildform wieder zu geben. Hier wurden dann auch die TOP 3 Innenräumen gekührt, welche wirklich krass waren.

Zu guter Letzt wurde auch noch ein besonderer Pokal vergeben, dessen Vergabe spontan entschieden wurde…Ein Fahrzeug ist den Veranstaltern besonders aufgefallen. Ein VW Käfer Bobbycar. Ich persönlich fand den gechoppten Einkaufswagen von Simon Kröner ( Suicidal E82 )  deutlich cooler, aber nunja. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Kommen wir final zum Fazit aus der Vogelperspektive des “Phoenixx”:
Habe mich auf einen kalten, nassen Tag im Schwarzwald eingestellt, wurde aber glücklicherweise positiv vom Wettergott überrascht. Sicherlich auch zur Freude von Denis Eisenrauch und Christian Effinger. Der diesjährige Pneuhage Tuningday war auch, wie in der Vergangenheit, unterm Strich gesehen ein wirkliches Highlight in meinem diesjährigen Kalender. Das gesamte Team war immer freundlich, der Eintrittspreis im Verhältnis zu den sensationellen Pokalen absolut gerechtfertigt und szeneüblich. Die Bewerter sehr interessiert und die Moderation ( bei der Pokalvergabe ) war sehr lustig. Ich glaube, dass es einfach eine authentische Veranstaltung ist, wo man viele tolle Fahrzeuge auf einem Haufen sehen kann. Hier geht es auch gefühlt noch um das, was in der Szene zählt. Das gemeinsame Chillen.

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Das einzige, was ich persönlich etwas vermisst habe, war ein kleines Programm…Wäre ich nicht im Auftrag von ap Non Stop Unterwegs gewesen, wäre ich warscheinlich den ganzen Tag hinter meiner Karre in meinem Klappstuhl gesessen und irgendwann dem Kältetot erlegen. Diese einzige Kritik liegt aber warscheinlich daran, dass ich auf unseren eigenen Events immer versuche ein “volles” Programm zu liefern, damit sich keiner langweilt. In diesem Sinne bedanke ich mich bei den Veranstaltern für diesen coolen Tag und hoffe, dass es noch weitere Jahre im September heißt: Ab in den Schwarzwald, und hoffentlich mit Sommerreifen!

Bericht: Denis Phoenixx Marasciulo

Bilder: Denis Phoenixx Marasciulo