Mit dem ap Gewindefahrwerk in die bayerischen Berge – Eine Ausfahrt mit BMW 5er und Opel Astra G

Jahrhundertsommer. Seit Wochen braten wir in der Sonne. Heute, wer hätte es gedacht, pünktlich zur Ausfahrt regnet es. Na gut, wir nehmen die Herausforderung an – es bleibt uns ja ohnehin nichts anderes übrig. Mit einem BMW 535 der Modellreihe E39 und einem Astra G fahren wir von München über Autobahn und Landstraße im Morgengrauen in Richtung Berge. Auf nasser Fahrbahn mit seeartigen Pfützen können Autos, Fahrer und Fahrwerke zeigen was sie können. Von Kochel aus geht es als Höhepunkt den Kesselberg hinauf zum Walchensee.

Auf der Hinfahrt sitze ich in Holgers BMW. Der brummelnde V8 des 1999er 535 Individual übertönt mit sonorem Klang den heran peitschenden Regen. Trotz der nachgerüsteten 20 Zöller liegt der Wagen auch bei diesem Wetter ruhig auf der Autobahn. Holger erzählt mir, dass er seinen Liebling erst zu Beginn des Jahres gekauft hat. Zeit genug für ihn den BMW äußerlich komplett auf das US Modell umzubauen. Dazu gibt es außerdem einen Diffusor, einen Magnaflow Endschalldämpfer, AC Schnitzer Außenspiegel, Felgen vom E65 7er BMW und einen komplett aufgewerteten Innenraum mit Leder soweit das Auge reicht, Echtcarbonleisten, einem Alcantarahimmel und einem ganzen Satz Details aus dem BMW M5. Spätestens als Holger von dem erneuerten Navigationssystem und der nachgerüsteten Gasanlage anfängt frage ich mich und in der Folge auch ihn, ob er eigentlich sonst nichts zu tun hat. Hat er nicht, denn er betreibt hauptberuflich eine Werkstatt, nämlich KFZ Eggstein in Augsburg und er hat sich – große Überraschung – auf BMW spezialisiert. Gut, das erklärt einiges. Deshalb ist der Wagen auch in so kurzer Zeit so professionell verändert worden. Im weiteren Gespräch stellt sich heraus, dass Holger mindestens schon 10 BMW sein Eigen nannte und diese natürlich auch stets umgebaut und nach seinem Geschmack optimiert hat. Auf meine Frage, ob es denn immer ein BMW sein muss oder nicht murmelt er zwar leise: „Ein Dodge Challenger ist auch ganz hübsch oder vielleicht doch mal ein Porsche“, aber seine Augen leuchten nur so richtig wenn es um die Boliden aus München geht.

Als wir uns dann dem Kesselberg nähern frage ich ihn nochmals nach dem Fahrwerk und er meint er hat schon früher positive Erfahrungen mit dem ap Gewindefahrwerk gemacht. Das Preis-/Leistungsverhältnis findet er sehr gut und auch ich muss sagen, dass es ausgezeichnet zum Fahrzeug passt. Der Wagen liegt hart aber nicht zu hart und ein restlicher Limousinenkomfort bleibt erhalten. Perfekt! Das bestätigt sich auch als wir dann durch die Serpentinen den Kesselberg hinauf jagen. Nichts für extreme Lowrider, aber gebaut für alle die eine gute Mischung aus Komfort und Sportlichkeit zu schätzen wissen.

4BMW&Astra1Über den Berg hinweg treffen wir uns am Anfang des Walchensees wieder mit Peggy in ihrem Astra G von 2003 und machen eine kurze Fahrerbesprechung. Ein paar Fotos brauchen wir ja auch noch und zwar am besten bevor die gefühlten tausend Touristen mit ihren Reisemobilen aufwachen und über die Passstraße tuckern. Ja, Touristen gibt es genug hier. Der Walchensee ist nämlich mit 190 Metern Tiefe einer der tiefsten und größten von Deutschlands Alpenseen. Eine unberührte Bergwelt rund herum und glasklares, sauberes Seewasser machen die ganze Region nicht nur zum Mekka für Surfer und Taucher sondern auch für viele andere Besucher attraktiv. Apropos Taucher: Der Walchensee bietet eine Unterwassersichtweite von bis zu 40 Meter und zahlreiche Auto-, Schiffs- und sogar Flugzeugwracks. Jede Menge Hotels, Pensionen und ein Campingplatz sind da nur die logische Folge.

Doch wir sind ja schon um fünf Uhr morgens aufgestanden und daher ist alles noch still und fast ein wenig ausgestorben. Verlassen stehe ich an meinem Fotoplatz, Stille, Regen, frische Bergluft. Plötzlich nähert sich das Röhren aus den Sportauspuffanlagen, Scheinwerfer spiegeln sich auf der nassen Straße, aufspritzendes Wasser und weg sind sie wieder. Einsam ziehen Holger und Peggy ihre Bahnen und fahren den Berg rauf und wieder runter, runter und wieder rauf. Eigentlich hatte ich ja beinahe schon ein schlechtes Gewissen, dass ich die beiden so früh aus dem Bett geholt habe aber als Peggy mir versichert, dass sie Ausfahrten auf solchen Routen extrem genießt, bin ich dann doch wieder beruhigt.

So ist es dann auch schon fast schade als alle Bilder im Kasten sind. Kaffee gibt es hier um diese Uhrzeit noch nicht und die großzügig aufgestellten Sitzbänke sind alle völlig durchnässt. Also machen wir uns auf den Rückweg. Ich steige zu Peggy ins Auto und lerne als erstes: Peggy liebt ihren Astra. Wie sagte sie so nett: Ihr erstes eignes, komplett abgezahltes Auto und sie hat auch vor diesen Wagen bis an sein Ende zu begleiten und zwar ohne Einschränkung und egal was passiert. Das ist doch mal eine tolle Ansage in einer Welt der Wegwerfgesellschaften. Da hat der Astra wirklich ein gutes Los gezogen! In den drei Jahren seit sie ihn fährt, hat sie neue Felgen, einen Sportauspuff und neue Scheinwerfer montiert, die Scheiben foliert, den Kühlergrill gecleant und eine Soundanlage verbaut. Mit ihrem ersten Fahrwerk war sie nicht zufrieden, deshalb musste sie hier nochmals nachbessern und hat sich im zweiten Schritt für ein ap Gewindefahrwerk entschieden. Ihr Hauptbeweggrund dafür war die Sicherheit, die so ein verbessertes Fahrwerk auch bei etwas zügigeren Ausfahrten auf Autobahn und Landstraße bietet. Während einer durchaus unterhaltsamen Heimfahrt erfahre ich schließlich noch, dass sie zwar nicht viel selber schraubt, aber als Mitveranstalterin von Tuning-Gear doch jede Menge Benzin im Blut hat.

2Astra2

Als wir dann am Vormittag wieder in München ankommen haben wir gelernt: 1. Bayern bietet jede Menge wunderbare Landstraßen im Voralpenland. 2. Wer früher aufsteht, steht weniger im Stau. 3. Das Autohobby verbindet auf wunderbare Art und Weise die verschiedensten Menschen, die immer einen lustigen Tag zusammen verbringen können. 4. Das ap Gewindefahrwerk macht im BMW und im Opel eine gute Figur und auf richtig kurvigen Straßen auch mächtig viel Spaß!

Bericht: Andreas Leffler

Bilder: Andreas Leffler