Bist Du bereit für die Fairlady?

Die Entwicklung unseres neuen Gewindefahrwerks für den Nissan 350Z möchten wir heute einmal zum Anlass nehmen, diesem Klassiker der japanischen Racecarszene einen umfangreicheren Artikel zu widmen. Die persönlichen Z-Erfahrungen unserer Autoren und eine kleine Kaufberatung sind hoffentlich hilfreich, wenn ihr euch gerade mit Kauf- oder Umbaugedanken einer „Fairlady“ beschäftigt.

ap_Nissan_350Z_Typ_Z33_002 ap_Nissan_350Z_Typ_Z33_003

Der Nissan 350Z mit der Kennung Z33 ist sicherlich einer der bekanntesten japanischen Sportwagen, zumal der Wagen auch auf die lange und ruhmreiche Historie seiner Vorgänger zurückblicken kann. Es handelt sich also um ein Auto mit Herz und Geschichte und diese endet keineswegs beim dritten Teil der Fast & Furious Reihe, wo der vielleicht bekannteste Z vom Filmbösewicht gefahren wird. Aber obwohl es ihn sogar als Coupé und Roadster gibt ist der 350Z in Deutschland eher eine Seltenheit auf den Straßen geblieben. Neuen Interessenten brennen deswegen oft zahlreiche Fragen auf der Zunge, ehe sie sich den Traum vom Japanrenner verwirklichen. In diesem Artikel möchte ich aus diesem Grund gerne ein paar typische Fragen zum Thema Kauf&Tuning beantworten und meine eigenen Erfahrungen wieder geben.

 

Erstkontakt

Optisch ist das 350Z Coupe für mich einer der schönsten bezahlbaren Sportwagen der letzten 30 Jahre und alleine seine Silhouette ist Kaufgrund genug für mich gewesen. Sein Heck ist einfach nur fett und seine Front, nun gut, niemand ist perfekt. Geschmack ist ja sowieso subjektiv. Kommen wir also lieber zum objektiven Leben mit dem Z. Die erste Frage die sich gerade groß gewachsene Interessenten stellen ist: Passe ich da rein? Sagen wir einmal so, ich bin 1.97 Meter und passe rein. Mein Mechaniker wundert sich zwar immer aber Fakt ist, für einen zweisitzigen Sportwagen bietet der Z durchaus passable Platzverhältnisse. Wachsen sollte ich vermutlich dennoch nicht mehr, weder in Länge noch in Breite.

 

Welches Baujahr soll ich kaufen?

Die zweite Frage betrifft immer die Motorisierung. Den Wagen gab es in Deutschland ab 2003 mit dem 280 PS Motor. Im Jahr 2005 wuchs die Leistung auf 301 PS und ab 2007 wurde der bis dahin verwendete VQ35DE Motor vom sogenannten VQ35HR mit 313 PS ersetzt. Letzterer ist bei Fans oft der Beliebteste, nicht nur aufgrund der höchsten Leistung sondern weil er allgemein als zuverlässig gilt. Die Baureihe mit den 301 PS wird oftmals mit Ölverlust und eventuell daraus resultierenden Motorschäden in Verbindung gebracht. Ich kann dagegen halten, dass ich selbst einen 301 PS aus dem Jahr 2005 völlig problemfrei fahre. Wobei sich ohnehin die Frage stellt, ob die fehlerhaften Exemplare von damals nicht inzwischen Großteils das Zeitliche gesegnet haben, schließlich wären sie alle nunmehr schon 8-10 Jahre alt.

ap_Nissan_350Z_Typ_Z33_001

Was gilt es zu beachten?

Generell ist der 350Z ein recht zuverlässiges Auto mit viel bewährter Großserientechnik. Die Autozeitung hat vor einigen Jahren einen 100.000 km Dauertest mit dem 301 PS Roadster durchgeführt und ihn bis auf zwei kleinen Pannen (Kupplung und nachträgliches Einfetten an der Antriebswelle) als Vorbild an Zuverlässigkeit bewertet. Trotzdem empfiehlt es sich wie bei jedem Auto das Wunschmodell bei einem Kauf sorgfältig zu prüfen. Gerade bei Sportwägen sind, abgesehen von der Kupplung, oft auch Reifen und Bremsen in Kombination mit „schnellen Fahrern“ zügig verschlissen. Dies wird hier auch noch von dem relativ hohen Leergewicht (ca. 1600 Kg.) unterstützt. Im Web liest man darüber hinaus u.a. von Fehlern im Soundsystem, kaputten Fensterhebern und einem unschönen Knarzen im Innenraum. Letzteres kann ich bei meinem Exemplar bestätigen. Ansonsten habe ich in meinem persönlichen Z-Leben nur ein einziges kleines Problem gehabt, das Aufleuchten der drei Warnlämpchen von ABS, ESP und Schlupfanzeige. Ich notiere dies hier, da dieser Fehler wohl auch öfters auftaucht. Bei mir war es der Bremslichtschalter (manchmal wohl verbogen, bei mir korrodiert), den der Werkstattmeister meines Vertrauens in 10 Minuten für ein kleines Trinkgeld wieder fit gemacht hatte. Alles gut also von dieser Seite.

 

Because Racecar?

Kommen wir zum Fahrspaß mit dem Z. Vorweg, der Ferrari 348 aus den 90er Jahren hatte eine vergleichbare Motorleistung. Das beweist in jedem Fall, dass der 350Z trotz ein bisschen Übergewicht in die Liga der Sportwagen gehört. Mein 35th Anniversary Sondermodell beschleunigt laut Prospekt in 5,8 Sekunden von 0-100 km/h und ist leider bei 250 Km/h abgeriegelt. Im Klartext bedeutet dies, der Wagen macht Laune, dennoch kann einem bereits ein 530er BMW Diesel auf der Autobahn die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Der Z vermittelt hier zwar generell einen ruhigen und gefälligen Eindruck aber für mich findet sich die wahre Stärke des Autos auf einer kurvigen Landstraße oder dem Track. Im Z merkt man hier die Geschwindigkeit im positiven Wortsinne und es kommt richtig Fahrspaß auf. Dank einer recht ausgewogenen Gewichtsverteilung von 53/47 liegt er gut und wer über die nötigen Fähigkeiten und eine leere Rennstrecke verfügt kann ihn wunderbar mit dem voluminösen Hinterteil wackeln lassen.

 

Die Kosten:

Gebrauchte 350Z sind schon bereits für unter 10.000 Euro zu haben. Diese Fahrzeuge haben jedoch meist eine sehr hohe Laufleistung. Optisch einwandfreie und perfekt umgebaute Fahrzeuge kosten ebenso wie Autos des letzten Facelifts mit dem 313 PS Motor in Kombination mit wenigen Kilometern auf der Uhr immer noch über 20.000 Euro. Bei meinem eigenen Exemplar waren 17.900 Euro auf dem Preisschild. Er hatte 48.000 Km auf der Uhr und stand mit moderaten Änderungen bei einer Vertragswerkstatt. Generell sollte man schon sehr genau auf die Historie achten, einen Blick ins Kundendienstheft werfen und immer bedenken, dass es manchmal besser ist 3000 Euro mehr beim Kauf auszugeben als sich dann ein halbes Autoleben mit allerlei Mängel herum zu ärgern. Laut Autokostencheck ist die aktuelle Haftpflichtklasse 17 und die Vollkaskotypklasse 26. Ich zahle bei einer Neun-Monats-Saisonzulassung mit Vollkasko gerade einmal 460 Euro. Das geht auf alle Fälle in Ordnung für einen Sportwagen. Der Durchschnittsverbrauch hat sich beim mir auf 10,3 Liter Super Plus eingependelt. Natürlich kann man den Verbrauch auch verdoppeln wenn man wirklich Spaß mit dem Z haben möchte, aber das sind ja immer nur kurzfristige Leistungsspitzen.

ap_Nissan_350Z_Typ_Z33_004

Der 350Z als Alltagsauto

Viele, oft gerade junge Z Fans fragen immer wieder, ob man den Z das ganze Jahr fahren kann. Können kann man natürlich. Es ist ein Auto, es hat vier Reifen, es verfügt meist sogar über eine Sitzheizung und im besten Fall über Xenon-Scheinwerfer, also alles gut? Dem entgegen stehen mindestens 280 PS auf der Hinterachse und eine generelle Sportwagenauslegung. In kurzen Worten: Das muss jeder für sich entscheiden. Vernünftig wäre ein Blick auf die zu erwartenden Schneemassen vor deiner winterlichen Haustür. Und vom Schneegestöber mal abgesehen mag ich es generell nicht mit dem Z oder einem vergleichbaren Sportwagen durch die Großstadt zu zuckeln. Beim Stop and Go von Ampel zu Ampel tut er mir wirklich leid, weil er dafür einfach nicht gemacht ist. Nennt mich romantisch, aber für mich sind Fahrzeuge wie der 350Z für freie Straßen am Sonntagmorgen gebaut.

PD-Huber-367

Was soll ich verändern?

Wenn der Z dann endlich in der eigenen Garage steht folgt meistens dennoch schnell die Frage, was man verändern könnte oder sollte. Losgelöst von optischen Retuschen, die sich ja ohnehin jeder anders vorstellt, würde ich in jedem Fall zuerst die Räder / Fahrwerkskombination überdenken. Denn um den 350er wirklich schneller zu machen muss sehr viel Gewicht raus und/oder sehr viel Geld rein gesteckt werden. Da der Z über einen Saugmotor verfügt sind 100 PS Mehrleistung im Gegensatz zu Turbomotoren nur mit vielen tausend Euro Einsatz zu bekommen. Abgesehen davon muss man auch 300 PS erst mal zügeln lernen. Der Moderator eines amerikanischen Z Forums hat das einmal so ausgedrückt: Nachdem ich viel über die Modifikationen meines Z nachgedacht hatte, habe ich festgestellt, dass das mangelhafteste Teil des Wagens ich selbst bin. Ein Gedanke, den ich nur unterschreiben kann. Aber eine Perfektionierung des Handlings ist in jedem Fall sinnvoll, sowohl im Bezug auf Fahrspaß, Optik als auch auf Sicherheit. Ein nachgerüstetes Gewindefahrwerk zu vergleichbar günstigen Konditionen kann den 350Z gerade in der Kurvenhatz nochmals auf ein neues Level heben. Dabei bietet sich dann auch gleich die Möglichkeit die Rad/Reifenkombination des persönlichen Geschmacks zu berücksichtigen.

PD-Huber-370

Auf dem doch recht übersichtlichen Marktangebot für diesen Wagen hat AP Sportfahrwerke nun ein neues Angebot: Ein Gewindefahrwerk für 529,55 Euro. Der Z kann damit an beiden Achsen zwischen 20 und 40mm tiefer gelegt werden und natürlich ist das Ändern der Tieferlegung auch in eingebautem Zustand möglich. Einfach eine ausgezeichnete Kombination aus Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit! Um also abschließend den alten Nissan Werbeslogan des Autos zu bemühen: Are you ready to Z?

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Text: Andreas Leffler

Bilder: Andreas Leffler und ap Sportfahrwerke