Die erste Asphalthelden Rallye by ap Sportfahrwerke Gipfelsturm, verbrannter Gummi und 5-Sterne Luxus

> 06. September 2018

Man nehme die höchstgelegene Panoramastraße Deutschlands, die längste Burg der Welt, das bayerische Meer, ein 5-Sterne Mountain Ressort, ein abgesperrtes Gelände zum rasen und driften, ein paar Bisons und Cowboys, einige der schönsten Ferienregionen des Landes, abgelegene Landstraßen, ein Automuseum und die richtige Mischung an Teilnehmern und fertig ist unser Autoevent des Jahres.

Was einfach klingt ist in der Realität natürlich ein wenig komplizierter. „Mach doch mal eine Rallye haben sie gesagt. Das wird bestimmt super, haben sie gesagt. Nun ja, nach vier Jahren Autoevents für ap habe ich mich schließlich von einigen Teilnehmern der Vergangenheit breit schlagen lassen, die immer wieder mit dem „Rallye Thema“ um die Ecke kamen. Also gut, ich mache eine Rallye, aber nur für eine kleine Gruppe und fürs erste Mal an einem Ort, wo ich mich auskenne. Trotzdem blieben viele Fragen offen. Wie viele Leute würde ich mitnehmen können? Wie viele würden überhaupt mitkommen wollen. Schließlich würde die Rallye auch kein Schnäppchen werden, denn mit schönen Hotels und Erlebnissen würde da einiges an Kosten zusammen kommen. Nach einige Wochen Vorplanung hatte ich aber immerhin eine grundlegende Idee und ein paar Informationen. Aus den „paar Informationen“ wurde schließlich ein konkretes Wochenende im Hochsommer mit besten Wetteraussichten aber leider auch mit problematischen Verkehrsaussichten, aber egal: Wer also will mitkommen?

Es hat keine Woche gedauert und die Rallye war ausverkauft. Bämmm! Alle haben pünktlich überwiesen und ich konnte die Hotels fix buchen und letztendlich auch ein Fahrtraining als Erlebnisevent dazu planen. Schließlich kam noch ap Sportfahrwerke als Sponsor an Bord und alles nahm immer mehr Gestalt an. Nach unzähligen Mails und Telefonaten, nachdem ich die Strecke schon testgefahren hatte und mit allen Wirtsleuten und Hoteliers persönlich gesprochen hatte kam einige Monate später der D-Day. Freitag, Hochsommer, es geht los.

TAG 1 Schondorf, Wieskirche, Königsschlösser, Füssen
Treffpunkt in Schondorf am Ammersee, Frühstück direkt am See, den Parkplatz haben wir auch reserviert. BMW M2, BMW 135M, BMW M3 Cabrio, BMW Z3 M Coupe, Camaro Cabrio Biturbo, Ford Mustang GT, Honda Cicvic Type R, Honda Civic Komplettumbau auf Rallye Auto, Nissan Silvia, Nissan 370Z, Mitsubishi Colt und ein Seat Leon Cupra. 12 Autos, 20 Personen waren das Maximum was ich mitnehmen wollte und konnte und nun beginnt alles mit der Fahrerbesprechnung. Jeder bekommt ein Roadbook und eine genaue Erläuterung zu den Rallye Regeln und zum folgenden Tag. Schließlich handelt es sich um eine Orientierungs- und Spaßrallye und die unterschiedlichsten Aufgaben sollten in den kommenden Tagen erfüllt werden.

Kurz nach 14 Uhr fällt der Startschuss und ein kleines Gedicht führt die Teilnehmer zu einem heiligen Mann auf einer Brücke, wo aber nur der Erste einen Schatz finden konnte. Gleich danach ging es weiter zu einer der berühmtesten Kirchen in Bayern, der Wieskirche, wo man für einen weiteren Punkt eine Kerze für eine gute Fahrt anzünden sollte.

Die dritte Aufgabe des Tages jedoch war ein wenig komplexer und so musste man bei den berühmten Königsschlössern im Allgäu Touristen anquatschen und mit ihnen Seflies machen. Kam der Tourist aus einem der Länder unserer Teilnehmerautos (außer Deutschland) und konnte man das nachweisen, dann gabs Zusatzpunkte. Armin und Daniel fanden sogar ein japanisches Brautpaar, welches die ganze Sache mitmachte.

Dann aber genug der Hatz übers Land und nach Füssen in unser Hotel für die Nacht. Auch hier hatten wir einen eigenen Parkplatz und das Hotel verfügte über einen großen Park mitten in der Stadt. So konnten wir zu Fuß in die historische Altstadt wandern und im Schatten des Schlosses Abend essen und auf den für diesen Tag angekündigten Blutmond warten.

TAG 2 Füssen, Obersalzberg
Früh am Morgen ging es dann zur Kaserne in Füssen wo wir ein exklusives Fahrtraining gebucht hatten. Die Jungs von der Verkehrswacht Kempten hatten sich einiges ausgedacht und die Teilnehmer sammelten Punkte mit rangieren, bremsen und ähnlichen Spielchen. Am Ende bekamen wir den Platz zur freien Verfügung und alle die Lust hatten konnten nach Herzenslust driften oder 1/8 Meile Rennen fahren. Leider ist auf dem gesamten Militärgelände Foto und Videoverbot, so dass wir diese richtig coolen Eindrücke nicht für die Öffentlichkeit fest halten konnten. Aber dennoch, nochmal ganz dickes Danke an die Veranstalter des Trainings, das war wirklich ganz großes Kino!

Als der ganze Spaß Mittag sein Ende fand ging die Fahrerei aber erst richtig los. Mit etwas flauem Gefühl im Magen ging die Fahrt von Füssen quer durchs bayerische Voralpenland nach Berchtesgaden und dies am ersten Feriensonntag. Doch natürlich hatte ich viele kleine und unbekannte Straßen gewählt und so blieben wir gänzlich von Staus verschont, konnten im Gegensatz zu dem üblichen Verkehrschaos an so einem Wochenende sogar auf kurvigen Nebenstraßen ein bisschen Spaß haben. Vorbei ging es am Chiemsee und schließlich wieder hinein in die Berge. Dabei mussten die Teilnehmer noch mit der 5-Pic-Challenge fünf verschiedene Autos finden.

In Berchtesgaden ging es auf den Obersalzberg und dort verbrachten wir die Nacht im Kempinski Mountain Ressort Berchtesgaden. 5 Sterne, Hubschrauberlandeplatz, 2007 als bestes deutsches Spa ausgezeichnet, 3 Jahre Deutschlands führendes Ressort und ein Sternerestaurant gibt es auch. Noch Fragen? Die Hotelgarage war voller automobiler Träume und für Leute mit Benzin im Blut alleine schon die Übernachtung wert, daher könnten sich auch ein paar Astons auf unsere Bilder geschlichen haben. Der runde Außenpool inmitten Berge ist sowieso „priceless“ und der Abend an der Kaminbar mit Cocktails rundete den Tag perfekt ab.

TAG 3 Rossfeldstraße, Burghausen, Pullman City
Das folgende Frühstück auf der atemberaubenden Terrasse war derart umwerfend, dass ich die Abfahrt eine halbe Stunde nach hinten verschoben habe. Danach hieß es sammeln und gemeinsame Abfahrt zur Rossfeldpanoramastraße.

Diese Straße hat es schon in zahlreiche Hollywoodfilme geschafft und dies nicht ohne Grund. Atemberaubender Blick und eine unglaublich tolle aber auch anspruchsvolle Streckenführung auf ca. 1600 Höhenmetern. Sonntag Vormittag, wir hatten wieder mal Glück, fast niemand auf der Straße, außer uns ein paar Motorrädern und ein paar AMG`s. Nach dem Fahrtraining am Vortag war dies sicherlich ein weiteres Highlight der Rallye und natürlich durften die Jungs und Mädels auch dort oben wieder eine Rallye Aufgabe erfüllen. Dann hieß es langsam Abschied nehmen von den Bergen und auf nach Norden in Richtung Niederbayern. Die nächste Aufgabe wartete in Burghausen, wo die längste Burg der Welt zu finden ist, mit freiem Blick nach Österreich.

Am Abend wartete ich dann schon in der Westernstadt Pullman City auf die ganze Gruppe. Hier werden noch Bisons durch die Straßen getrieben und Steaks gebrutzelt. Wir wohnten im neuen LaHacienda Hotel in dem man sich ein bisschen wie in einem Zorro Film fühlen kann. Letzteres trifft auch auf das Wetter zu, es war brütend heiß und wir freuten uns auf ein Abendessen in der Cantina, den kühlen Brunnen vor der Tür und das Countrykonzert in der Nacht. Ein paar Bier, Cocktails und Schnäpse zu viel endet dann schließlich auch der letzte Abend der Rallye.

TAG 4 Adlkofen
Nach einem Frühstück im Saloon geht es zur letzten kurzen Etappe, dem Automuseum Adlkofen, welches ich schon von einigen Asphalthelden Shows kenne. Noch einmal aufreihen, noch eine letzte Aufgabe im Museum und dann ging es langsam aber sicher zur Siegerehrung. Platz 3 erreichten Dominik und Sarah auf ihrem BMW M2. Platz 2 ging an Phuong mit seinem Nissan 370Z, nicht zuletzt weil er (unglaublich aber wahr) die geringsten Spritkosten auf der Rallye hatte. Platz 1 ging an Steffen und Thilo im BMW M3, die früh in Führung gegangen waren und diese auch über die ganze Rallye nie mehr abgegeben hatten. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Abschließende Gedanken
Die 1. Asphalthelden Rallye powered by ap Sportfahrwerke ist also damit Geschichte und wir wurden während der Fahrt andauernd gefragt wie man da mitfahren kann. Die Antwort ist ganz einfach: Du weißt, dass die Dinger Fahrzeug und nicht Stehzeug heißen. Du denkst nicht, dass du der Coolste mit dem schnellsten Auto bist, denn cool sind hier alle und alle Autos sind schnell. Du gibst auf der Teststrecke auch mal einem Mitfahrer deine Autoschlüssel weil du weißt, dass du ihm eine Riesenfreude machst und dass er so verantwortungsvoll ist, das Ding nicht kaputt zu machen. Du fährst auch mit wenn du angemeldet bist und wirklich krank bist, und damit meine ich weder Schnupfen, noch Kopfweh, noch einen Beinbruch, sondern richtig krank – no excuses, so lange du fahrtüchtig bist, klemmst du deinen Hintern hinters Steuer. Wenn dir deine Karre ob der extremen Belastung den Geist aufgibt, dann holt dich dein Kumpel mit Fieber und nem Abschlepper ab, bringt die Karre 200 km entfernt in deine Werkstatt, du reparierst sie und bist am selben Abend wieder am Start. Wenn dein Wagen kurz davor ist in Flammen aufzugehen, dann ist das halbe Team deiner Mitfahrer schon mit Feuerlöschern und Wasser am Start ehe du auch nur checkst, dass du gleich abfackelst. Wenn du auf der 1/8 Meile gegen einen Mitfahrer verlierst erzählst du nicht allen, dass du eigentlich gewonnen hättest-können-wollen-würdest, sondern du schüttelst ihm verdammt nochmal die Hand, umarmst ihn und gratulierst ihm. Alles so passiert in den letzten Tagen und daher muss ich sagen – beste Gruppe! Sollte es also, was nicht unwahrscheinlich ist, 2019 eine 2. Asphalthelden Rallye powered by ap Sportfahrwerke geben – die Gruppe bleibt klein und exklusiv! In diesem Sinne – hoffentlich sind alle Fragen beantwortet und vielen Dank an alle Jungs und Mädels und an ap Sportfahrwerke! Das war Autoleidenschaft wie sie sein soll.

Videoausschnitte gibt es dann in der Asphalthelden Show Nr. 4.

Text: Andreas Leffler
Bilder: Automotiv Media UG