Italienurlaub in Bayern – Das 3. Familientreffen der Italo Szene NB-OB

> 20. Juni 2018

Die Sonne brennt unnachgiebig herab und glitzert im türkis blauen Wasser. Ramazotti (der Sänger) klingt aus irgend einem entfernten Lautsprecher und selbiger (das Getränk) wird später noch in einigen Gläsern landen. Die bayerische Flagge weht am weißblauen Himmel und Urlauber strecken müde ihre Glieder aus. Sommerurlaub in Bibione? Camping am Teutonengrill? Nein, das 3. Familientreffen der Italo Szene NB-OB am Vilstalstausee.

Patrick, der eines der Ausstellungsfahrzeuge für unseren Tuning Gear Auftritt gestellt hatte, hatte uns schon damals zum Treffen seiner Gruppe eingeladen. Ein Italiener Treffen, mal was Neues. Nicht grade um die Ecke von uns aus, aber egal. Das Wetter ist gut und wir fahren mit ap-Stand, Filmausrüstung, Foto und Sack und Pack ins (von München aus gesehene) Niemandsland hinter Landshut.

Jedes Treffen hat ja so seine Besonderheiten, seine Vorteile oder seine Schrulligkeiten. Das Wichtigste, was hier gleich ins Auge fällt, super geile Location. Direkt am See. Bäume bieten viel Schatten an sonnigen Tagen, ein einsamer Steg geht hinaus ins Wasser, eine bewirtschaftete Brotzeithütte mit ausreichend Sitzgelegenheiten und festen Toiletten, sowie ein Kinderspielplatz, dazu noch ein Aufenthaltszelt mit zusätzlichen Tischen und Bänken der Veranstalter. In kurzen Worten das Ganze ist wirklich wie Kurzurlaub am See und erinnert ein bisschen an Camping in bella Italia. Apropos Camping, zahlreiche Gäste zelten hier auch und bleiben von Freitag bis Sonntag oder sie schlafen in den umliegenden Pensionen. Soviel wir mitbekommen haben, gibt es sogar ein Shuttle vom Event zu den Pensionen, falls man mal einen Ramazotti oder einen Grappa zu viel getrunken hat.

So lungern wir also in Urlaubslaune in unserem Pavillion herum, den wir eigentlich nur zu Werbezwecke brauchen, weil es im Schatten unter den Bäumen ohnehin angenehm kühl ist, oder wir filmen draussen am Steg. Maurizio zeigt mir seinen Lancia Delta mit den original Unterschriften der Rallye Weltmeister und erzählt mir von den guten Pizzen. Unsere Jessy darf einfach Jessy sein und serviert uns (natürlich nur zu Filmzwecken) in Hotpants und kurzem Werbetop italienische Limo. Das Leben könnte schlechter sein.

Letzteres trifft auch auf das Treffen zu. Es könnte sogar viel schlechter sein, denn es ist sogar sehr gut. Das „Familienmotto“ trifft hier ausnahmsweise mal wirklich zu, Kinder spielen zusammen, ein paar „Haus- und Hofhunde schnüffeln herum“ und die Laune erinnert mehr an Schullandheim als an „ich hab den größeren (Auspuff)“. Da könnte man glatt das ganze Wochenende verträumen. Sehr schön gemacht!

Natürlich gab es auch noch allerlei Kurzweil und Clubspiele, am Bremsscheiben-Weitwurf beteiligen wir uns sogar. Die Selbigen waren sogar in „il tricolore“, also der italienischen Flagge lackiert. Ansonsten gab es viele Fiats, Alfas, Abarths und einige Lancias. Das Treffen war mit gut 100 Autos das vermutlich kleinste Treffen welches ich bis jetzt dieses Jahr besucht habe aber von der Orga-, vom Chill- und Familienfaktor ein ganz Großes. In diesem Sinne – arrivederci!

Text: Andreas Leffler
Bilder: Automotiv Media UG