TCE Wintertreffen – Das etwas andere Treffen

> 15. Januar 2018

 

Wintertreffen sind so eine Sache. Einerseits sind die meisten „guten“ Autos abgemeldet aber andererseits freut sich jeder, wenn auch mal außerhalb der Saison etwas geboten wird. Das haben wir ja gerade erst selbst im positivstem Sinne mit unserem Low in the Snow Event erleben dürfen. So haben sich auch die in unserer Gegend inzwischen recht bekannten Erdinger vom TCE aufgemacht ein Wintervent zu organisieren, zum zweiten Mal schon wie ich überrascht hörte. 150 Plätze, nur Vorverkauf und auch schon wieder ausverkauft. Na dann gucken wir uns die Sache doch einmal genauer an.

Die Anfahrt: 78 Kilometer von Tür zu Tür ist für mich noch leicht im grünen Bereich und die Tatsache, dass sie das Treffen tagsüber machen und nicht nachts kommt mir sehr entgegen. Es sollen ja auch ein paar schöne Fotos entstehen. In der Veranstaltungsbeschreibung lese ich: Pokale für den meisten Rost, die meisten Dellen, die hässlichsten Felgen und die meisten Kilometer. Bereits hier ist also klar, es wird ein etwas anderes Treffen.

Die ganze Sache findet in einem kleinen Dorf auf dem Privatgelände vom exklusiven Polierstudio Michael Walter und von der sf design group statt. Polizei ist nicht in Sicht, eine kleine Allee hinab geht es zum Grundstück am Ortsrand. Alles friedlich und das ist gut. Platz für die anvisierten 150 Autos ist locker und auch wenn ein paar nicht gekommen sind, ist genug los. Ja, wieder einmal völlig überraschend, dass im Winter ein kalter Wind übers Feld pfeift. Aber gegen die Kälte kann man ja etwas tun: Im TCE eigenen Grillzelt gibt es allerlei zu futtern zu zivilen Preisen und auch Heißgetränke gegen die garstige Witterung und da die Hausherren so nett waren ihre Firmen offen zu lassen, gibt es auch eine Halle zum „rein setzen“. Für Kurzweil sorgt die db Messung hinter dem Haus.

Bleiben die Fragen, nach den Autos und der Stimmung. Letztere ist schnell beantwortet, die Stimmung ist gut. Die Autofrage allerdings treibt wie oft bei Wintertreffen einige lustige Stilblüten. Als wir irgendwann wieder fahren bearbeiten die Jungs gerade einen Corsa mit dem Hammer ehe sie dann später auf selbigem ausgiebig herum springen. Ein Bekannter bricht mit der Hand ein Stück rostigen Kotflügel aus einem BMW und überreicht ihn seinem Besitzer. Von einem alten Passat hängt der Auspuff am Boden und andere Autos bestehen offensichtlich nur noch aus Rost und gutem Willen. Da ist der fahruntaugliche Benz am Eingang, der hier vermutlich zum Inventar gehört, schon wieder ein Klassiker dagegen. Aber am Ende geht es um den Spaß und ich finde es immer cool wenn die Leute auch Spaß an hässlich haben und auch mal über sich selber lachen können. Kleine Nikolausmützen an den Antenne oder gleich das Rosti Schild vor dem Teddy mit rostig lackiertem Bobby-Car. Humor ist wenn man trotzdem lacht und viel aus wenig macht. So gab es tatsächlich einige Sehenswürdigkeiten und Merkwürdigkeiten zu fotografieren. Und ehe sich jetzt alle wundern, natürlich gab es auch einige gesunde und sogar ein paar richtig schöne Autos. Aber lustiger ist es trotzdem über die Rostbeulen zu philosophieren. Das haben sich wohl auch einige Besitzer der teuren Flitzer gedacht, die sie mit ein paar Kübeln Dreckwasser vorher noch richtig eingesaut haben, für den passenden Winterlook.

Als Resümee bleibt für mich zu sagen: Ich mag Wintertreffen. Da zu der Zeit wenig los ist, freut man sich immer richtig darauf. Der Spaß an der „nicht Perfektion“ mancher Autos und die Kreativität, mit der manche mit wenig Mitteln viel machen ist eine ganze eigene Kunst die man sonst nur selten sieht und der Platz am einsamen Ortsrand mit Halle war definitiv gut gewählt. Ich glaube ich mache nächsten Winter auch wieder einen Event, irgendwie ist das geil.

Text: Andreas Leffler
Bilder: Andreas Leffler