EIN Tuner spendet Wärme – das war die Idee

> 20. Dezember 2017

#OneMan – #OneMission

Unter dieser Headline wollte unser Markenbotschafter und #KLARtext Moderator Phoenixx, im Alleingang einfach mal was Gutes tun.

Er hat im Zuge eines kleines Wintermeets der Tuningszene Karlsruhe ein Posting abgesetzt, mit welchem er dazu aufgerufen hatte, zu diesem Street Meet, einfach ein paar alte Decken mitzubringen, welche er dann am Abend in der Karlsruher Innenstadt an Obdachlose verteilen wollte.
Dieser Post hat dank seiner Reichweite in kürzester Zeit Unmengen an Sympathisanten gefunden, die die Idee nicht nur klasse fanden, sondern auch helfen wollten.
Denis erinnert sich noch an den Abend, als er den Beitrag veröffentlichte und sich über unzählige Likes freute. Als dann aber der erste Follower mit folgenden Worten (Ich kann leider bei der Aktion nicht dabei sein, hast du Paypal, damit ich dir Geld schicken kann) kommentierte, war der Stein im Rollen. Binnen 48 Stunden hatte Denis auf seinem Konto über 1000,00 € an Spenden von Tunern, welche Ihn unterstützen wollten.

Man könnte jetzt ja fast meinen, das es nun bereits schon ein Level erreicht hat, welches seines Gleichen sucht, jedoch wurde die Szene ganz schnell eines Besseren belehrt.
Auch hier profitierte die Aktion von geteilten Beiträgen, Likes und dem unerwarteten Zusammenhalt in der Szene, denn nachdem sein Konto voll war, kamen Clubs aus der Region auf die Idee, diese Aktion auch in Ihrer Stadt durchführen zu wollen. Freundlichst wurde Denis gefragt, ob es OK sei, die Aktion zu kopieren. Er wollte aber nicht einfach, dass jetzt jeder Club sein eigenes Ding durchzieht, sondern wollte dem ganzen einen Namen geben. Einen Namen, über den die Szene vielleicht noch lange sprechen wird! Tuner spenden Wärme – die Facebook Page, die alles zusammen führte.

Binnen weniger Tage sind so viele Anfragen von Tunern, Clubs und potenziellen Sponsoren auf der Seite eingegangen, sodass Denis nur noch damit beschäftigt war, das irgendwie zu organisieren. Jeder Club wollte in seiner Stadt aktiv sein, wollte sammeln und helfen, jedoch war dieses Unterfangen erst einmal sehr chaotisch.
Denis entschied sich dazu, pro angefragter Stadt eine eigene Veranstaltung zu erstellen, Veranstaltungsleiter zu ernennen und zu hoffen, dass sich dann dort jede Stadt selbst mit maximalem Erfolg selbst organisiert!
In kürzester Zeit waren über 340 Tuner in über 21 Städten aktiv auf der Suche nach Spenden in Form von Geld, Klamotten und anderen Sachgütern, die man sinnvoll den Obdachlosen unseres Landes zuführen konnte.
Denis klemmte sich hinters Telefon, organisierte Top Deals mit Lieferanten von Schlafsäcken, Thermosocken, Isomatten, Thermoskannen und Hundefutter, denn das gesammelte Geld sollte ja sinnvoll investiert werden. Schnell kamen aber auch Restaurants auf die Idee, mithelfen zu wollen. Sie kündigten an, Suppe und Fresspakete vorzubereiten, die dann die jeweiligen Clubs am Tag X, nämlich dem 17.12.2017, direkt vor der Auslieferung abholen konnten. Auch andere Geschäfte sponserten die Aktion mit neuen Artikeln wie Decken, Mützen und Schals. Selbst Mütter einer Kindertagesstätte stickten für diese Aktion, bis die Finger bluteten.

Denis kontaktierte Mitarbeiter der Diakonie, Streetworker und gemeinnützige Vereine, um bestmöglich vorbereitet und organisiert zu sein und nichts dem Zufall zu überlassen.
Radiosender und Zeitungen wurden informiert, lehnten aber größtenteils ab, diese Aktion medial zu Supporten. Viele Hilfsorganisationen lehnten seine Hilfe mit dem Argument ab, dass es den Obdachlosen an nichts fehlen würde und diese Aktion lieb gemeint, aber unnötig wäre.

Erster Frust kam auf, aber ein Blick in die sozialen Netzwerke sorgte wieder für maximale Motivation, denn was Denis für seinen Kreis organisierte, setzen andere Tuner in Ihren Bereichen mindestens genauso motiviert um. Clubs organisierten spontan Tuningtreffen, welche als Spendensammelort genutzt wurden um tütenweise wärmende Klamotten zu sammeln.
Andere Clubs gingen durch die Stadt und verteilten Plakate, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. Firmen stellten den Tunern Busse und Anhänger für den Transport der Güter zur Verfügung. Alles in allem eine perfekt geplante Aktion, bei welcher bundesweit mehrere tausend Euro Geldspenden und tatsächlich tonnenweise Klamotten zusammen getragen wurden.

Jeder Bereich (Club) bestückte sich mit dem, was er für seine Aktion brauchte. Die Dinge, wovon es zu viel gab, wurden unter den Clubs ausgetauscht und verteilt, sodass am Ende jeder Club und jede Stadt von allem so viel hatte, dass es für die eigentliche Aktion ausreichen sollte und keiner benachteiligt wurde.

Die heiße Phase war sicherlich der 17.12.2017, als Denis, vollgepackt mit seinem Leihbus, das Treffen der Tuningszene Karlsruhe aufsuchte um die Aktion zu finalisieren. Als Aussteiger des Organisationsteam der Tuningszene, nahm er sich das Recht raus, am heiligen Sonntag erst etwas später auf das Treffen seiner Tuning Familie zu kommen und wurde vom Zulauf an Spendern völlig überrannt.
Hunderte Säcke mit Kleidung sind in den letzten Wochen bei den Tunern zusammen gekommen, welche diese mit Bussen, Kombis und Hängern nach Germersheim brachten. Portionierte Hundetütchen mit Leckerlies und Spielsachen für die treuen Begleiter der Obdachlosen, hunderte Futterdosen und Unmengen an haltbaren Lebensmitteln sowie Konserven wurden bereitgestellt.
Denis sah schnell, dass er niemals alleine Herr über diese Situation vor Ort werden könnte, da er ja nun alles sortieren und verteilen musste. Man könnte im Nachgang behaupten, dass fast jeder Besucher mit anpackte, um die einzelnen Kleidersäcke zu öffnen und auf gesonderten Stapeln zu verteilen und zu sortieren.
Es kamen so viele Kleiderspenden zusammen, dass die Jungs vor Ort noch naheliegende Kleider Container komplett mit Dingen wie T-Shirts, Pullis und Co füllten, welche einfach in einer dermaßen großen Stückzahl vorhanden waren, dass die selbsternannten “Tuning Street Worker” diese an dem Tag gar nicht hätten verarbeiten können.

Nachdem nun alles nach einer stundenlangen Sortieraktion auf die Fahrzeuge verteilt war, ging es dann los. Der 17.12.2017 sollte die Szene verändern…und das hat er!!!
Alleine nach Germersheim sind Clubs aus den Bereichen Bruchsal, Pfalz, Heilbronn, Bensheim, Worms, Mannheim und Co. gekommen, welche sich mit anderen Tunern vor Ort ausgetauscht, bestückt und final organisiert hatten, um pünktlich zum Startschuss mit Ihren Hilfsgütern die “Streets” dieses Landes, aufzusuchen, um den Menschen die nichts haben, etwas davon zu geben, wovon WIR zu viel haben…Überlebenswichtige Dinge, Wärme und Nahrung !
Mit diesen Worten bedanken wir uns ganz herzlich bei Denis, für diese Aktion, sind davon überzeugt, dass er damit die Szene wieder etwas mehr hat zusammenführen können und vor allem der Gesellschaft auch zeigen konnte, dass auch die “bösen Tuner” ein Herz haben…und zwar ein sehr großes!

Aber zu guter Letzt möchten wir auch Ihm noch kurz die Möglichkeit geben, zu den Ereignissen Stellung zu nehmen:

Wow…Ich bin immer noch dermaßen geflashed von der Resonanz welche diese Aktion mit sich brachte. Ich will hier nach dem ausführlichen Bericht von ap auch gar nicht nochmals alles wiedergeben, denn die Fakten stehen bereits im Bericht. Jedoch will ich meinen Emotionen nochmals kurz freien Lauf lassen!
Ich hatte vor Wochen die simple Idee, wenigstens noch einmal zum Jahresende etwas wohltätiges, gutes und schönes zu tun, denn wir geben als Tuner Unmengen an Geld für unsere besten Stücke aus, ohne teilweise drüber nach zu denken, dass es Leute gibt, die nichts oder nur sehr wenig haben. Sicherlich ist es in unserem Land so, dass niemand auf der Straße leben oder hungern muss, auch deren Beweggründe, diesen Lebensstil zu halten, sind mir scheiß egal. Denn sie leben nun mal auf der Straße und frieren sich bei dem Wetter den Arsch ab.

Ich wollte lediglich mit fünf alten Decken nach dem Tuning Meet auf die Straße und diese verteilen.

Meine Idee verfasste ich als kleine Bitte in einem Beitrag auf Facebook und erntete in kürzester Zeit maximalen Zuspruch von sehr vielen Menschen, die von der Idee angetan waren. Viele konnten aus Zeit- oder anderen Gründen nicht aktiv helfen, sodass Sie mich mit Geldspenden überschütteten. Die erste Mille war bereits nach 48 Std. auf meinem Konto. Mein Handy hat in der ersten Woche nach Ideenfindung ununterbrochen geklingelt und vibriert. Der absolute Ausnahezustand wurde ausgerufen. Eine wirklich traumhafte Resonanz, welche dazu führte, dass alleine ich für den Bedarfsraum Karlsruhe über 50 neue Schlafsäcke, Isomatten, 150 Paar Thermosocken und neue Thermoskannen kaufen konnte. Die Kannen wurden im Übrigen von einem befreundeten italienischen Restaurant mit frisch gekochter Minestrone abgefüllt und zum Verteilen bereitgestellt.
Ich habe in dieser sehr kurzweiligen, aber intensiven Vorbereitungszeit, sehr viele neue Clubs und Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet kennen lernen dürfen, die mir gezeigt haben, worum es bei unserem Hobby eigentlich geht…Zusammenhalt!

Das ganze Jahr dissen, pissen und haten wir uns an, aber in den letzten vier Wochen haben mir zumindest meine Mitstreiter das Gegenteil bewiesen. Was hier in kürzester Zeit gemeinsam erreicht und gerissen wurde, sucht sicherlich in der Szene seines Gleichen. Zu jeder Tages und Nachtzeit wurde ich über Facebook, Whatsapp und anderen Kanälen über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Clubs sind neben der Aktion bereits im Vorfeld in Suppenküchen eingelaufen, haben Lebensmittel gebracht, selbst gekocht und mit den Menschen über deren Bedürfnisse gesprochen.

Sammelaktionen auf kurzfristig organisierten Tuning Treffen oder Öffentlichkeitsarbeit in Innenstädten brachten hier weitere Reichweite für die Aktion.
Einige Clubs haben es geschafft, anders als ich, das Medieninteresse zu wecken, sodass wir mit der Aktion auch in regionalen Zeitungen und Radiosendern vertreten waren. Aber auch ich kam in den Genuss, dank Vorarbeit eines Freundes, ein Live Interview bei Hitradio FFH zu geben, welches sehr gut ankam!
Und dann kam der Tag X, der unser Bewusstsein für diejenigen Menschen, denen wir helfen wollten, verändern sollte!

Die Aktion eskalierte nicht nur im Vorfeld, sondern auch in Germersheim vor Ort. Als wir in der Gemeinschaft dann endlich Herr über die Lage wurden und uns auf den Weg in die jeweiligen Städte machten, war besonders für mich, die Fahrt in die Innenstadt sehr nachdenklich. Wen werden wir antreffen, wie viele werden wir antreffen, wo werden wir sie antreffen und vor allem in welchen Zuständen werden wir sie antreffen. Ich habe das Radio aus gehabt und war komplett nachdenklich. Stolz über die Entwicklung dieser Aktion, jedoch sehr nachdenklich über das mögliche Ende der Aktion.

In Karlsruhe angekommen, starteten wir unsere Ausgabetour im sogenannten Erfrierungsschutz, wo Obdachlose die Nacht verbringen dürfen. Dort haben wir Streetworker eingesammelt, sind zum Hauptbahnhof und zu anderen Hot Spots der Obdachlosen Szene gefahren und haben das verteilt, wofür wir wochenlang gearbeitet und gesammelt haben.
Es waren sehr berührende Momente, emotionale Eindrücke, tolle Gespräche und herzerwährmende Menschen, die uns auf unserem langen und kalten Weg durch die Karlsruher Nacht begleitet haben, dennoch war es gut, was wir geleistet haben…Jeder für sich, in jeder Stadt…in unserem Land!
Ich bin stolz, dass ich es mit meiner simplen Idee und einer großartigen Leistung aller Clubs geschafft habe, die Szene zumindest in dieser Nacht, ein wenig zusammen zu führen.
Ich würde mir wünschen, dass so eine Aktion, egal in welcher Form, keine Eintagsfliege bleibt!
Respekt, Hut ab und Vielen Dank an alle, die in irgendeiner Form geholfen haben!

Bilder: Phoenixx