Der gute Stern mit neuem Fahrwerk – Mercedes E-Klasse Coupe (207)

> 14. Dezember 2017

Der geneigte Leser wird es schon fest gestellt haben, ich entwickle mich langsam aber sicher zum Mercedes Fan. Das war nicht immer so, aber alle meine letzten Erfahrungen mit den Stuttgartern waren von erfreulicher Natur. Deshalb war ich ganz glücklich, dass mir das neue ap-Gewindefahrwerk für die Baureihe 207 die Möglichkeit gibt, mal einen Tag mit dem schicken Coupe zu verbringen. Also auf geht`s, rein in die superschicken Multikontursitze, Schlüssel drehen und raus auf die Straße.

Das E-Klasse Coupe
Die Geschichte der Mercedes Coupes ist eine Geschichte voller automobiler Legenden und Träumen in Blech. Die Historie der E-Klasse hingegen ist noch nicht so alt und nach dem C124 aus den 90er Jahren ist der hier behandelte C 207 die lang erwartete zweite Coupe-Generation der E-Klasse, war dieses Segment doch zwischenzeitlich von den CLKs besetzt. Von 163 – 408 PS im 500er Topmodell ist alles möglich und abgesehen, von der wie ich subjektiv finde, extrem gelungenen Linienführung, gibt es den Wagen wie immer bei Mercedes von brav und adrett bis superschick und ultraböse. Das Fahrzeug mit Hinterradantrieb oder alternativ auch mit Allrad bedient die unterschiedlichsten Geschmäcker, aber in jedem Fall ist der Wagen ein Hingucker.

Mein Testwagen
Ich fahre heute einen 250 CDI, das bedeutet 204 PS, 2143 ccm, Diesel, Hinterradantrieb und in meinem Fall die 7G-Tronic Plus Automatik. Ich denke diese Konfiguration ist eine gelungene Mischung aus Alltagstauglichkeit, Preis und Spaß, vor allem weil mein Coupe mit dem AMG Paket anrollt und damit auch auf schicken 19 Zöllern steht. Ganz ehrlich, ich stehe nicht besonders auf silberne Autos, aber der hier sieht schick aus, vor allem mit hellen Nappa-Leder (alpakagrau) im Innenraum.

Erstkontakt
Sprechen wir erst einmal über Preise. Ich stehe vor einem Fahrzeug, welches einst gute 70.000 Euro gekostet hat. Hier steht es nun mit gut 50.000 Kilometern auf der Uhr und kostet nur noch ca. 25.000 Euro. Das ist schonmal verdammt viel Auto fürs Geld. Ein superschicker Benz mit, wie sich noch heraus stellen wird, sehr kompletter Ausstattung zum Preis eines halbwegs erträglich ausgestatteten Kompaktwagens. Liebe auf den ersten Blick? Eigentlich schon!

Innenraum
Die bereits angesprochenen Multikontursitze in hellem Nappa sind nicht nur schick, sondern passen wir auch wie angegossen. Man sitzt angenehm tief über dem Asphalt, die Rückenlehne ist endlich auch mal für große Menschen hoch genug, unzählige kleine Verstellfunktionen und natürlich das Memory Paket sorgen für perfekten Komfort. Dann noch die Lenkradposition elektrisch angepasst und alles ist gut! Alles? Ich könnte auch noch Sitzheizung oder Sitzbelüftung einschalten, wohlfühlen tue ich mich aber auch so schon mehr als genug. Abgesehen von den Sitzen, die mein persönliches Innenraumhighlight sind, ist der Wagen sauber verarbeitet und in bestem Zustand. Ich fühle mich wohl und alles wirkt wertig. Diese gefühlte Wertigkeit wird der E-Klasse auch in einigen „Zuverlässigkeits-Statistiken“ attestiert und so liest man in den einzelnen Berichten im Web immer wieder vom „schwäbischen Musterknaben“ dem TÜV Prüfer gerne sehr gute Noten ausstellen. Natürlich kann ich jetzt über LED Tagfahrlicht, Parktronic, das Command System oder die Rückfahrkamera philosophieren. Aber ganz ehrlich, dies ist bei so einem Wagen irgendwie Standart und es interessiert mich nicht einmal besonders. Was mich interessiert ist das griffige Multifunktionslenkrad, welches gut in der Hand liegt, das überragend gut klingende Harman Kardon Surround Sound System, das fette Panoramaglasdach mit dem man den Wagen bei schönem Wetter zumindest in eine Art „halbes Cabrio“ verwandeln kann und dann noch die rahmenlosen Seitenscheiben, die man nach bester Luxus-Coupe Tradition komplett versenken kann. Auch wenn es heute fast schon schneit, in meinem Kopf cruise ich genau so, mit offenen Fenstern und offenem Dach die Croisette in Cannes entlang, dicke Mucke aus den fetten Boxen und vorbei an Palmen und Filmschönheiten und genau da passt der Wagen auch hin.

Auf der Strasse
In meiner Realität heute bleiben die Fenster zu, das Dach sowieso, dafür schalte ich den Scheibenwischer ein und die Sitzheizung gleich dazu. Deutschland im Winter statt Südfrankreich im Frühjahr eben. Erwartungsgemäß leistet sich der Benz keine Schwächen. Alles passt irgendwie. Die Lenkung ist sportlich aber nicht zu nervös, der Wagen beschleunigt unauffällig aber keineswegs langsam, die gut 7 Sekunden aus dem Prospekt erscheinen dabei plausibel. Ein Reisewagen, ein sportlicher Gleiter, ein Begleiter im Alltag, Ruhe und Komfort. Apropos Alltag, 450 Liter Kofferraumvolumen reichen locker für den Urlaub zu zweit und die hinteren Sitze sind zwar keine Platzwunder aber für ein Coupe durchaus erträglich. Unter dem Strich erhebt man sich mit dem E-Klasse Coupe aus dem automobilen Alltag in eine Art Ruhezone der Coolness und das meine ich wie ich es schreibe. Der Wagen steht bei mir ab jetzt an Platz eins meiner „Daily-Wunschliste“.

Das Fahrwerk
Und wenn man gerne ein bisschen mehr „Action“ und „Kurvenhatz“ hätte, könnte man ja gleich noch mit dem neuen ap-Fahrwerk nachhelfen. Ab sofort ist für das E-Klasse Coupe mit Hinterradantrieb ein neues Gewindefahrwerk von ap Sportfahrwerke erhältlich. An der Vorderachse kann man das Fahrzeug damit zwischen 20 und 45 mm tiefer legen und an der Hinterachse zwischen 15 und 45 mm. Das Ganze gibt es ab 569 Euro inkl. MwSt. zzgl. Versand.

Text: Andreas Leffler
Bilder: Andreas Leffler